Gehirn-MRT zeigt Entwicklungsfortschritt bei Ungeborenen

4. Juni 2013, 15:45
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Mit Hilfe neuer Diagnosetechniken können mögliche funktionelle Störungen bereits im Mutterleib erkannt werden

Wissenschafter der Klinischen Abteilung für Neuroradiologie und muskuloskeletale Radiologie der MedUni Wien am AKH entwickeln Techniken, die es mit Hilfe der Magnetresonanztomografie (MRT) ermöglichen, bereits im pränatalen Stadium, also noch im Mutterleib, die Hirnentwicklung des Fötus genauer zu untersuchen.

"Damit sind wir in der Lage, pathologische Veränderungen der Hirnentwicklung frühzeitig erkennen zu können", erklärte Daniela Prayer, Leiterin der Abteilung, am Dienstag, 4. Juni, in einer Aussendung der MedUni Wien.

Mehr Sicherheit für die Eltern

Von 5. bis 8. Juni finden in Wien die Kongresse "Ultrasound meets Magnetic Resonance" und der ESMRN-Kongress (European Society of Magnetic Resonance in Neuropediatrics) statt, die sich mit bildgebender Diagnostik des Gehirns bei Ungeborenen und bei Babys beschäftigen.

Die Bildgebung des fötalen Gehirns per MRT ist ein zusätzliches Messwerkzeug für einen genaueren Befund, um eine erhöhte therapeutische und diagnostische Sicherheit zu erreichen.

"Das bedeutet auch mehr Sicherheit für die Eltern, in den meisten (Verdachts-, Anm.)Fällen können wir sie nach dem MRT beruhigen und ihnen die Ängste nehmen", sagte Daniela Prayer. "Das wäre ohne MRT nicht möglich."

Ruhenetzwerke bereits im fötalen Gehirn vorhanden

Die MedUni-Wissenschafter haben in einer Studie unter der Leitung von Veronika Schöpf festgestellt, dass Ruhenetzwerke (RestingState-Netzwerke) bereits im fötalen Gehirn vorhanden sind, und dass diese mit funktioneller Bildgebung dargestellt werden können. Diese Netzwerke bilden die Grundlage von Denk- und motorischen Vorgängen, und befinden sich in Ruhe in einer Art Bereitschaftszustand.

Bei entsprechender Stimulation erhöht sich deren Aktivität. Mit Hilfe von MRT ist es möglich, den Entwicklungsfortschritt von Hirnaktivität im Fötus zu sehen. So können mögliche funktionelle Störungen bereits im Mutterleib erkannt werden.

Funktionelle und strukturelle Daten

Neben der funktionellen Magnetresonanztomografie, die noch nicht als Standardverfahren etabliert ist, gibt es die bereits im klinischen Einsatz befindliche Diffusionstensorbildgebung (DTI) sowie die Magnetresonanzspektroskopie (MRS).

"Empfehlung für die Praxis wäre eine Kombination, also ein kombinierter Einsatz funktioneller und struktureller Daten, modelliert für jede Schwangerschaftswoche. Das wird es zukünftig ermöglichen, einen präzisen Einblick in den Entwicklungsprozess des Gehirns zu erlangen", so Prayer. (APA/red, 4.6.2013)

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