Hunger und Fettsucht: Fehlentwicklungen kosten jährlich Billionen

4. Juni 2013, 14:02
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Jedes vierte Kind ist von Mangelernährung betroffen - 1,4 Milliarden Menschen haben Übergewicht

Von Hunger, Mangelernährung oder Fettleibigkeit sind weltweit Milliarden Menschen betroffen, wobei die sozialen und die wirtschaftlichen Kosten jährlich Billionen Dollar ausmachen. Eine Kurskorrektur dieser "nicht hinnehmbaren Kosten falscher Ernährung" verlangt die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) in ihrem am Dienstag, 4. Juni, in Rom veröffentlichten Jahresbericht.

Auf bis zu 500 Dollar pro Kopf der Weltbevölkerung - das sind 382 Euro - können sich nach der FAO-Berechnung die Gesundheitskosten und der langfristige Schaden durch Ernährungsfehler und Mängel summieren: An die dreieinhalb Billionen Dollar jährlich - fünf Prozent der globalen Wirtschaftsleistung - gingen dann durch die verschiedenen Formen von Fehlernährung verloren.

Mehr Nährwert und Nachhaltigkeit

"Unser Ziel muss jetzt kein geringeres sein als die Ausrottung von Hunger und Mangelernährung", sagte FAO-Chef Graziano da Silva. Der Weg dorthin sei aber noch lang. Um den Notstand in der Versorgung mit Nahrungsmitteln zu beheben, müssten Produzenten und Politik, Lieferanten und Konsumenten dringend neue Wege gehen. Sie sollten mehr auf Nährwert und Nachhaltigkeit achten sowie darauf, Verschwendung und Verpackungsberge zu verringern.

Hunger und Übergewicht sind laut FAO nur zwei Seiten einer Medaille - national wie international wird Nahrung nicht bewusst genug als lebensnotwendig produziert und verteilt. Nach den letzten Schätzungen hungern weltweit 868 Millionen Menschen - also jeder achte. Jedes vierte Kind ist von Mangelernährung betroffen, 1,4 Milliarden Menschen haben Übergewicht, zwei Milliarden ernähren sich so, dass in ihrem Essen wichtigste Nährstoffe fehlen.

Daher muss nach Ansicht der FAO-Experten der nährstoffreichen Nahrung mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden. Die Regierungen, internationalen Organisationen und Privatsektor müssten alle gemeinsam dem Konsumenten helfen, "gesündere Entscheidungen zu fällen, Abfall zu verringern und zur Nachhaltigkeit beizutragen". (APA/red, 4.6.2013)

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