Private TV-Sender planen gemeinsames "Österreich-Bild"

4. Juni 2013, 17:54
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Gemeinsame Regionalnachrichten nehmen sich Sender von W24 und SchauTV bis Tirol TV und Ländle TV vor

Wien - Eine halbe bis eine Million Euro nehmen Österreichs regionale Privatsender im Jahr ein, schätzt Marcin Kotlowski. Und soll es bei den größeren ein bisschen mehr Geld sein, fügt der Chef von W24 an: "Eine gesunde, nachhaltige Entwicklung ist da schwer möglich", und noch weniger, in Marketing zu investieren.

Kotlowski kündigte Dienstag an, ein knappes Dutzend der größeren Regionalsender in jedem Bundesland starteten Ende September eine gemeinsame Werbevermarktung nach dem Muster der RMS im Privatradio. Die Rundfunkregulierung RTR finanzierte eine Studie von Kommunikationswissenschafter Fritz Hausjell. "Nicht neutral" ist RTR- Chef Alfred Grinschgl da, er will so "das Spektrum erweitert" sehen und auch die Werbegelder.

Hausjell findet den Sektor "beachtlich und bedeutsam". Bisher 1,8 Prozent der Menschen ab zwölf Jahren schauen laut Teletest pro Tag vorbei, 350.000 Menschen sind es "gestern und heute", pro Woche 1,13 Millionen.

Peter Lammerhuber führt die Group M, sie dominiert das Mediageschäft in Österreich. "Jede Initiative, die österreichische Inhalte promotet, ist aus meiner Sicht relevant und interessant", sagt er. Wenn die Leistungswerte stimmen. Bei 10 bis 20 Euro müsste sich der Preis für 1000 Seher wohl einpendeln, schätzt er, "sonst ist man nicht dabei".

Rudi Kobza, Chef der Werbeagenturgruppe um Lowe GGK, McCann und DraftFCB, sieht qualitative Chancen für die Regionalsender - der "Wert der Heimat" steige im Bewusstsein der Menschen, der von "Nähe, Vertrauen, vor der Haustür" - "plus Bewegtbild", dessen Kurs bei Medien und Werbung ebenfalls steige.

Kotlowski führt W24 seit 2011, davor kommunizierte er für Medienstaatssekretär Josef Ostermayer und die SPÖ. "Zwei bis drei steinige Jahre" sieht er vor dem TV-Werbeverbund. In drei bis fünf hofft er dann auf das gemeinsame "Österreich-Bild". (fid, DER STANDARD, 5.6.2013)

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    Marcin Kotlowski, Geschäftsführer von W24.

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