Das Grundstück mit Überraschungs-Nachtklub

3. Juni 2013, 21:00
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Der erste "Kronzeuge" gegen Rotlichtgröße wurde seinem Ruf nicht gerecht

Wien - Als er seinerzeit das Grundstück in Schärding kaufte, habe er gar nicht gewusst, dass darauf ein Nachtklub steht, beteuert der 62-jährige Helmut Sch. am Montag im Wiener Straflandesgericht. Erst als er sein Hab und Gut besichtigte, habe er zu seiner Überraschung "das erste Mal in meinem Leben einen Nachtklubbetrieb betreten".

Der Musikproduzent Helmut Sch. war im Vorfeld als Kronzeuge im Verfahren gegen die mutmaßliche ehemalige Rotlichtgröße Richard S. gehandelt worden - dem die Anklage unter anderem die Bildung einer kriminellen Vereinigung, Freiheitsentziehung, schwere Nötigung, Erpressung und schwere Körperverletzung zur Last legt. Doch diesem Ruf, der ihm vorauseilte, wird der Zeuge nicht wirklich gerecht.

Schutzgeldzahlungen fraglich

Jedenfalls hatte er nach dem Erkunden seines rotlichtigen Besitzes auch Richard S. kennengelernt, der als "der große Mann, der für Ordnung sorgt" aufgetreten sei. Und ja: Er habe Richard S. monatlich rund 1500 Euro bezahlt, "damit ich meinen Frieden hab". Aber konkrete Bedrohungsszenarien schilderte der Zeuge nicht - und die gehörten zu den behaupteten Schutzgeldzahlungen eigentlich dazu.

Auch musste Helmut Sch. zugeben, dass die mit S. vereinbarten Modalitäten - eine monatliche Miete und 30 Prozent Gewinnbeteiligung - nicht unbedingt eine gewaltsame Übernahme nahelegten. Wird fortgesetzt. (APA/red, DER STANDARD, 4.6.2013)

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