Landeshauptmann Wallner: "Mit blauem Auge davongekommen"

3. Juni 2013, 15:00
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Anscheinend keine größeren Schäden im westlichsten Bundesland

Vorarlberg ist beim Unwetter der vergangenen Tage nach Angaben von Landeshauptmann Markus Wallner "mit einem blauen Auge davongekommen". Man habe sehr großes Glück gehabt. Hätten die Niederschläge zwei oder drei Stunden länger angehalten, "so hätte das zu einer Katastrophe geführt", sagte Wallner am Montag. Die Aufarbeitung der Hochwasser-Einsätze sei bereits begonnen worden, bis spätestens Ende Woche soll ein Überblick über die entstandenen Schäden vorliegen, informierte der Landeshauptmann. Zum jetzigen Zeitpunkt könne man aber sagen, dass hinsichtlich größerer Schäden nichts bekannt sei.

In den vergangenen drei Tagen sind laut Wallner bei der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle (RFL) 1.500 Alarmierungen eingelangt, die Hilfskräfte hatten 1.300 Einsätze zu absolvieren. Dabei leisteten 7.200 freiwillige Feuerwehrleute beim Auspumpen von Kellern, Verlegen von Sandsäcken und anderen Sicherungsmaßnahmen 19.000 Arbeitsstunden. Wallner kündigte gemeinsam mit Sicherheitslandesrat Erich Schwärzler an, dass man weiter in die Feuerwehren investieren werde. In den vergangenen Tagen hatte das Bundesheer in Koblach (Bezirk Feldkirch) zentral für das ganze Land 15.000 bis 16.000 Sandsäcke für die Vorarlberger Feuerwehren abgefüllt.

Meister Niederschlad in Dornbirn

Thomas Blank von der Abteilung Wasserwirtschaft im Amt der Vorarlberger Landesregierung analysierte die Niederschlagsmengen und die Auswirkungen auf die Vorarlberger Gewässer. Demnach kamen im Norden Vorarlbergs in drei Tagen flächendeckend 150 bis 200 Liter pro Quadratmeter Regen zusammen, in einzelnen Gebieten sogar mehr. Spitzenreiter war die Dornbirner Bergparzelle Ebnit mit 240 Litern.

Ein Hangrutsch in Bregenz am Sonntag.

Die Spitzen der Niederschlagsmengen seien mit den Werten der Hochwasserkatastrophe von 1999 vergleichbar gewesen, sagte Blank. Allerdings habe heuer die Kälte geholfen. Weil es in den oberen Regionen schneite, kamen zum Regen nicht noch gewaltige Mengen an Schmelzwasser hinzu. Die Abflussmengen beim Rhein und der Ill blieben doch deutlich hinter jenen von 1999 und 2005 zurück. Der Bodensee stieg in den vergangenen Tagen um 79 Zentimeter auf einen Pegel von 4,70 Meter an, das entspricht einem einjährlichen Hochwasser.

Vermisster Vorarlberger tot aufgefunden

Ein 58-jähriger Vorarlberger, nach dem seit Sonntag gesucht wurde, ist tot aufgefunden worden. Der Mann hatte am Samstagabend eine Feier besucht, von der er nicht nach Hause zurückkehrte. Weil sein Heimweg am Koblacher Kanal in Mäder (Bezirk Feldkirch) entlangführte, wurde befürchtet, dass er in das Hochwasser führende Gewässer gestürzt ist. Am Montagvormittag gegen 10.40 Uhr wurde die Leiche des Mannes im Bereich des Ortsendes von Altach (Bezirk Feldkirch) entdeckt, informierte die Vorarlberger Polizei.

Für 11.00 Uhr wäre die nächste große Suchaktion der Einsatzkräfte entlang des Koblacher Kanals geplant gewesen, kurz vor Beginn meldete ein Passant den Fund des Toten. Zur Todesursache des Mannes aus Götzis (Bezirk Feldkirch) gab es vorerst keine Angaben. Zunächst müsse die sanitätspolizeiliche Untersuchung abgewartet werden, hieß es seitens der Polizei. Der Mann dürfte aller Wahrscheinlichkeit nach ertrunken sein. (APA, 3.6.2013)

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