Verschnaufpause für steirische Feuerwehren

3. Juni 2013, 14:33
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Lage weiterhin angespannt - Gefahr neuerlicher Niederschläge - ÖBB-Strecke im Ennstal beschädigt

Für die steirischen Feuerwehren war Montagvormittag etwas Zeit zum Verschnaufen. Die Gefahr durch Hochwasser sei jedoch weiterhin akut, erklärte Thomas Meier, Sprecher des steirischen Landesfeuerwehrverbandes: "Jeder Tropfen kann bei den mit Wasser vollgesogenen Böden zu viel sein und ein Hang abrutschen." Die von einer Mure verlegte Zufahrt ins hintere Walchental nahe Öblarn (Bezirk Liezen) dürfte im Laufe des Montags wieder benützbar sein.

Insgesamt zeigte sich die Lage Montagfrüh ruhiger als noch am Sonntag. Die starken Regenfälle hatten aufgehört und die Pegel der Enns und der Traun im obersteirischen Bezirk Liezen gingen wieder zurück. Dennoch seien nach wie vor Dutzende Helfer der Feuerwehren im Einsatz, sagte Meier. Im Raum Schladming sei über Nacht eine kleinere Mure abgegangen, im Raum Trautenfels stieg die Enns über die Ufer. Zahlreiche Keller seien noch auszupumpen.

Entspannte Situation in Niederwölz

Entspannt habe sich die Situation in Niederwölz (Bezirk Murau), wo es erst 2011 massive Überschwemmungen gegeben hatte. Entwarnung könne vor allem für den Bezirk Liezen noch keine ausgesprochen werden, warnte Meier: "Bei neuerlichen Niederschlägen wird es rasch wieder gefährlich."

Das seit Sonntagfrüh wegen einer abgegangenen Mure nicht erreichbare hintere Walchental soll noch am Montag wieder zugänglich sein. Laut Polizeiinspektion Gröbming wurde bereits mit den Baggerarbeiten begonnen. Unklar sei, wie viele Bewohner sich in dem Seitental aufhalten. Sie müssen jedenfalls ohne Strom ausharren. Der abgerutschte Hang in Lupitsch nahe Bad Aussee konnte laut Meier mittlerweile gesichert werden.

Die Hochwasser führende Traun im Zentrum von Bad Aussee

Vor allem Landwirtschaft betroffen

Industrie und Gewerbebetriebe dürften beim Hochwasser in der Obersteiermark am Wochenende nach ersten Beurteilungen glimpflich davongekommen sein. Im Ennstal und Ausseerland gab es laut Feuerwehrkommandanten kaum Auswirkungen. Anders sah es im Bahnbereich aus: Die Strecke zwischen der salzburgischen Landesgrenze bei Mandling bis Selzthal war gesperrt, wegen Überflutungen und Unterspülungen. Am größten dürften die Schäden in der Landwirtschaft sein: Bei der steirischen Agrarkammer sprach man von mehreren tausend Hektar überfluteter und verschlammter Nutzfläche.

Im am schwersten betroffenen Bezirk Liezen waren laut Pressestelle der Feuerwehr keine gröberen direkten Schäden für Unternehmen durch Hochwasser bekannt. Im Ausseerland war der Keller eines Landmaschinenmechaniker-Unternehmens überflutet worden, sonst sei trotz der Regenmassen kaum etwas zu melden gewesen, so der Abschnittskommandant von Bad Aussee, Werner Fischer.

Bahnstrecke im Ennstal gesperrt

Die ÖBB-Strecke zwischen Schladming und Haus im Ennstal sei an einigen Stellen vom Hochwasser der Enns und zuführender Bäche in Mitleidenschaft gezogen worden: "Wir sind gerade dabei, die Strecke genauer in Augenschein zu nehmen, vorerst bleibt sie gesperrt", so ÖBB-Sprecher Christoph Posch. Es wurde ein Schienenersatzverkehr mit Bussen zwischen dem steirischen Knotenpunkt Selzthal und dem salzburgischen Bischofshofen bzw. Golling eingerichtet. Eine Schadenssumme lasse sich noch nicht festmachen. Der Nachtzug Zürich-Graz werde mehrere Tage nicht verkehren können.

Am ärgsten in Mitleidenschaft gezogen worden sein dürfte die Landwirtschaft: "Es sind mehrere tausend Hektar zwischen Schladming und Admont überflutet worden", sagte Kammersprecherin Rosemarie Wilhelm. Dabei handle es sich vor allem um Grünland, zum Teil auch um Silomais-Kulturen. Schlimm sei es für jene Landwirte, die wegen der zuletzt anhaltenden Regenfälle die erste Mahd noch nicht einbringen konnten: "Deren Wiesen sind verschlammt, das Gras ist nicht mehr verwendbar. Aber auch diejenigen, die schon gemäht haben, müssen erst Tonnen von Schlamm von ihren Flächen räumen", so Wilhelm. Im auf 853 Meter Seehöhe im Gesäuse gelegenen Johnsbach hat zudem Schneefall das Grünfutter niedergedrückt und vernichtet. Eine Schadenssumme lasse sich noch nicht beziffern. (APA/red, 3.6.2013)

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