Zehn Schüler und zwei NATO-Soldaten in Afghanistan getötet

3. Juni 2013, 13:11
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Selbstmordattentat traf Kinder auf dem Heimweg von der Schule

Kabul/Brüssel - Bei einem Selbstmordanschlag im Osten Afghanistans sind am Montag zehn Kinder getötet worden, die gerade auf dem Heimweg von der Schule waren. Zudem wurden zwei NATO-Soldaten und ein Polizist getötet, als der Attentäter in der Provinz Paktia sein mit Sprengstoff präpariertes Motorrad in die Luft jagte. Der Angriff galt einem afghanisch-amerikanischen Militärkonvoi.

Dem örtlichen Polizeichef zufolge ereignete sich der Anschlag vormittags auf einem belebten Markt in Chamkani direkt vor der Schule. "Die Kinder hatten den Unterricht beendet und machten sich gerade auf den Weg nach Hause", sagte Salmai Uriachail der Nachrichtenagentur AFP. Nach Angaben des Innenministeriums wurden zudem mindestens 15 Kinder verletzt. Die internationale Afghanistan-Truppe ISAF bestätigte den Tod zweier Soldaten, machte wie üblich aber keine Angaben zu ihrer Nationalität. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete von zwei getöteten US-Soldaten.

Weitere Anschläge

Wenige Stunden zuvor waren in der östlichen Provinz Laghman schon sieben Angehörige einer Familie ums Leben gekommen, als eine Bombe am Straßenrand explodierte. Nach Angaben der Provinzregierung tötete der von radikalislamischen Taliban nahe der Ortschaft Mehtarlam gelegte Sprengsatz vier Frauen, zwei Kinder und einen Mann.

In der Vergangenheit hatten die Taliban mehrfach betont, Zivilisten im Kampf gegen die Regierung von Präsident Hamid Karzai verschonen zu wollen. Eine Stellungnahme zu den Anschlägen vom Montag war von ihnen zunächst nicht zu bekommen.

Der Osten des Landes an der Grenze zu Pakistan gehört zu den unruhigsten Regionen am Hindukusch und wird immer wieder von Gewalttaten erschüttert. Insgesamt sind derzeit noch rund 100.000 Soldaten der internationalen Militärallianz in Afghanistan stationiert. Der Abzug der Kampftruppen soll bis Ende 2014 abgeschlossen sein, die Sicherheitsverantwortung bis dahin schrittweise an die einheimischen Polizisten und Streitkräfte übergehen. (APA, 3.6.2013)

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