Hypo-Aufsichtsratschef Ditz tritt zurück

3. Juni 2013, 13:44
76 Postings

Johannes Ditz ist über Verhandlungsunterlagen verärgert, die nach Brüssel übermittelt wurden

Wien/Klagenfurt - Johannes Ditz ist als Vorsitzender des Aufsichtsrats der Hypo Alpe Adria Bank zurückgetreten. Er habe die Gesellschaft darüber informiert, dass er mit sofortiger Wirkung sein Amt als Aufsichtsratsvorsitzender und sein Mandat als Aufsichtsratsmitglied zurücklege, teilte die Bank mit.

Ditz trat zurück, weil er mit der Verhandlungsunterlage nicht einverstanden ist, die nach Brüssel übermittelt wurde. Er könne sich mit einem Teil der Aussagen, Fakten und Zahlen, die als Verhandlungsbasis übermittelt wurden, strategisch und inhaltlich nicht identifizieren, so Ditz.

Rücktritt "unumgänglich"

Das mache aus seiner Sicht den Rücktritt unumgänglich, so der frühere ÖVP-Wirtschaftsminister. Ein enger Schulterschluss zwischen Vorstand, Aufsichtsrat und Eigentümer noch vor Beginn der entscheidenden Verhandlungen mit Brüssel sei wünschenswert und notwendig, er wolle diesem nicht im Weg stehen.

Eine Einigung mit der EU-Wettbewerbsbehörde dürfe nicht um jeden Preis erfolgen, erklärte Ditz. Das Wohl des Unternehmens und die Reduzierung der Kosten für den Steuerzahler sollten Vorrang haben.

Plädoyer für Schaffung einer Bad Bank

Der im Regierungskonzept vorgesehene Fortführungsteil würde nur mehr einen Bruchteil jener Bank darstellen, die 2009 notverstaatlicht wurde. Insbesondere, weil ihr die Töchter in Südosteuropa fehlen. Die Festsetzung einer Verkaufsfrist sei unabhängig vom Datum wettbewerbsrechtlich nicht begründbar, kritisierte Ditz. Er hoffe weiter auf eine Fristerstreckung durch die EU, das würde die Kosten für den Steuerzahler deutlich verringern.

Ditz plädiert weiter für die Schaffung einer Bad Bank für die nicht verkaufbaren Assets und wünscht sich die sofortige Herausnahme dieser Teile aus den Berechnungen für den Kapitalbedarf der Bank. Damit könnte man weitere Kapitalzuschüsse vermeiden. (APA, 3.6.2013)

Share if you care.