Monoklonaler Antikörper stabilisiert Glioblastome länger

3. Juni 2013, 09:33
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Vor allem mehr Lebensqualität - Studie bei US-Krebskongress präsentiert

Chicago/Basel - Der weltweit auch bei anderen Krebsformen eingesetzte monoklonale Antikörper Bevacizumab ("Avastin") hat offenbar auch eine Wirkung bei der Behandlung aggressiver Hirntumore (Glioblastom). Wird das Medikament, das unter anderem die Neubildung von Blutgefäßen in Tumoren hemmt, zusätzlich zur herkömmlichen Strahlen- und Chemotherapie eingesetzt, lässt sich die Krankheit bei vielen Betroffenen besser unter Kontrolle halten. Dies ist das Ergebnis einer Studie, das am Samstag beim amerikanischen Onkologenkongress (ASCO) in Chicago präsentiert wurde.

Bevacizumab wird seit rund neun Jahren in der Onkologie verwendet. In Europa ist der monoklonale Antikörper, welcher den Blutgefäß-Wachstumsfaktor VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor) blockiert, bereits für die Therapie von fortgeschrittenem Brust- und Dickdarmkrebs sowie für nicht-kleinzellige Lungenkarzinome, Nieren- und Eierstockkrebs zugelassen. Neubildung von Blutgefäßen in Tumoren ist für deren Wachstum mitbestimmend. Die aggressiven Glioblastome  bilden an ihrer Oberfläche besonders viele Rezeptoren für VEGF, weshalb der VEGF-Blocker in einer internationalen Studie mit rund 900 Patienten erprobt wurde.

Verbesserte Lebensqualität

Statistisch hoch signifikant war der Vergleich von Patienten, die eine Strahlentherapie,das Chemotherapeutikum Temozolomid und Bevacizumab erhielten, mit Kranken, welche die Strahlen-Chemotherapie-Kombination verabreicht bekamen. Es kam zu einer Verlängerung des Zeitraums bis zum Fortschreiten der Erkrankung von 6,2 auf 10,6 Monate. Allerdings wurde keine statistisch signifikante Verlängerung der Gesamtüberlebenszeit registriert.

Doch das Ergebnis kann für die Lebensqualität der Betroffenen von erheblicher Bedeutung sein, da ein Wachstum des Tumors oft mit beeinträchtigenden Symptomen einhergeht. 72 Prozent der mit Bevacizumab Behandelten lebten noch nach einem Jahr, im Vergleich zu 66 Prozent der Erkrankten, die stattdessen ein Placebo bekommen hatten. (APA/red, 3.6.2013)

 

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