Riesiger Asteroid mit eigenem Mond zog an der Erde vorbei

2. Juni 2013, 20:52
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2,7 Kilometer großer Brocken näherte sich unserem Planeten bis auf 5,8 Millionen Kilometer - So nahe wird er uns in den nächsten 200 Jahren nicht mehr kommen

Washington - Am Freitagabend um 22.59 Uhr MESZ kam ein 2,7 Kilometer großer Asteroid der Erde verhältnismäßig nahe: Der Brocken mit der Bezeichnung 1998 QE2 zog in einem Abstand von 5,8 Millionen Kilometer an unserem Planeten vorbei; dies entspricht etwa der 15,6-fachen Distanz zwischen Erde und Mond. NASA-Forscher konnten mit Hilfe von Radarmessungen beobachten, dass der Asteroid über einen eigenen Mond verfügt, der vorerst auf eine Größe von 600 Metern geschätzt wird. Doppel- oder Dreifach-Systeme kommen unter Asteroiden relativ selten vor. Astronomen kalkulieren ihren Anteil an allen über 200 Meter großen Asteroiden auf etwa 16 Prozent.

Finstere "Täler"

Die Wissenschafter des Radioteleskops Goldstone in Kalifornien und des Teleskops von Arecibo in Puerto Rico hofften darauf, hochauflösende Aufnahmen des Asteroiden machen zu können, um mehr über seine Oberfläche zu erfahren, sagte der Astronom Lance Benner vom Goldstone Radioteleskop der NASA in Pasadena. Die ersten Bilder zeigten unter anderem einige dunkle Bereiche, die die Forscher für Höhlen oder tiefe Senken halten. Die Erkenntnisse über Größe, Form, Rotation und Oberflächenbeschaffenheit von 1998 QE2 könnten Rückschlüsse auf seine Herkunft zulassen. Über die Flugbahn des Brockens weiß man inzwischen ziemlich gut Bescheid: Der riesige, 1998 entdeckte Asteroid wird der Erde in den nächsten zwei Jahrhunderten nicht mehr so nahe kommen. 


Video: Die Aneinanderreihung der Radar-Aufnahmen lässt die Rotation von 1998 QE2 erahnen. Die Bilder decken einen Zeitraum von zwei Stunden ab.

Die Astronomen der NASA haben bereits mehr als 98 Prozent der Asteroiden mit mehr als einem Kilometer Durchmesser im näheren Umfeld der Erde katalogisiert. Gefährlich sind allerdings auch kleinere Asteroiden: Brocken mit einem Durchmesser von 50 Metern sind bereits in der Lage ganze Metropolen auszulöschen. Experten gehen davon aus, dass sich rund eine Million Asteroiden mit einem Durchmesser von mindestens 50 Metern durch unser Sonnensystem bewegen. Weniger als 10.000 von ihnen wurden bisher als Asteroiden identifiziert, die die Umlaufbahn der Erde um die Sonne kreuzen könnten. (APA/red, derStandard.at, 02.06.2013)

  • Bei 5,8 Millionen Kilometer kann man von einer sicheren Entfernung sprechen. Auf der Grafik sieht das trotzdem noch ziemlich knapp aus.
    foto: nasa/jpl-caltech

    Bei 5,8 Millionen Kilometer kann man von einer sicheren Entfernung sprechen. Auf der Grafik sieht das trotzdem noch ziemlich knapp aus.

  • Die ersten Radar-Bilder von 1998 QE2. Als die Aufnahmeserie begann, war der Asteroid noch etwas über 6 Millionen Kilometer entfernt. Der rund 600 Meter große Mond des Asteroiden ist auf den einzelnen Bildern als weißer Fleck zu erkennen.
    foto: nasa/jpl-caltech/gssr

    Die ersten Radar-Bilder von 1998 QE2. Als die Aufnahmeserie begann, war der Asteroid noch etwas über 6 Millionen Kilometer entfernt. Der rund 600 Meter große Mond des Asteroiden ist auf den einzelnen Bildern als weißer Fleck zu erkennen.

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