Mehr als 20 Verletzte bei Blockupy-Demo

2. Juni 2013, 17:47
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Offiziell haben 21 Polizisten und ein Demonstrant haben Verletzungen erlitten. Die Veranstalter hingegen sprechen von Hunderten Pfefferspray-Opfern

Frankfurt am Main - Während der Großdemonstration des kapitalismuskritischen Bündnisses Blockupy in Frankfurt sind 21 Polizisten verletzt worden. Nach Angaben der Behörde vom Sonntag wurde eine Polizistin von einem Pflasterstein getroffen. Ein Beamter erhielt einen Schlag in den Unterleib und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Am Rande des Protestzugs wurde zudem ein Polizist durch einen Stich mit einem Schraubenzieher verletzt. Der mutmaßliche Täter wurde vorläufig festgenommen. Von den mindestens 7.000 Menschen, die an der Kundgebung in Hessens größter Stadt teilnahmen, sei hingegen lediglich einer verletzt worden, teilte die Polizei mit.

Gewaltsame Auseinandersetzungen

Beobachter und Teilnehmer der Demonstration bezweifelten dies jedoch: Nach Darstellung von Blockupy wurden mindestens 200 Demonstranten verletzt, die meisten von ihnen durch Pfefferspray. Insgesamt wurden nach Polizeiangaben 45 Menschen festgenommen. Die Proteste der vergangenen Tage blieben überwiegend friedlich. In der Innenstadt kam es am Samstag aber zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Die Polizei setzte neben Pfefferspray auch Schlagstöcke ein.

Zudem kesselte sie eine Gruppe von mehreren Hundert Vermummten ein, die sie als gewaltbereit bezeichnete. Die Veranstalter sprachen von rund 1.000 Teilnehmern, die bis zu neun Stunden in dem Kessel festgehalten worden seien.

Umstrittene Einkesselung

Während Demonstranten das Vorgehen der Beamten als unverhältnismäßig bezeichneten und politische Konsequenzen forderten, verteidigte die Polizei ihre Strategie. Der Frankfurter Polizeipräsident Achim Thiel betonte nach dem Einsatz, der Vorwurf, man hätte den Kessel von langer Hand geplant, sei völlig aus der Luft gegriffen. Nach Darstellung der Behörde waren lediglich Störer von dem Demonstrationszug getrennt worden, um "den friedlichen Protestteilnehmern die Fortsetzung des Aufzuges zu ermöglichen". Blockupy sprach dagegen von einer "vorbereiteten Falle". Die Vorsitzende der deutschen Linkspartei, Katja Kipping, die an der Demonstration in der Nähe der Europäischen Zentralbank (EZB) teilgenommen hatte, kündigte ein "politisches Nachspiel" an.

Die mehrtägigen Proteste des Bündnisses (siehe Ansichtssache vom Freitag) hatten sich auch gegen Abschiebungen und Fluglärm vom Frankfurter Flughafen gerichtet. (APA, 2.6.2013)

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    Die Demo brachte 45 Festnahmen mit sich.

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