Nigerias Parlament beschließt Haftstrafen für homosexuelle Paare

31. Mai 2013, 15:42
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Eheschließungen und Zeigen von Zuneigung sollen verboten werden

Abuja - Lesbische und schwule Paare, die heiraten oder öffentlich ihre Zuneigung zeigen, sollen in Nigeria künftig mit Gefängnis bestraft werden können. Das Unterhaus des Parlaments verabschiedete am Donnerstag einstimmig ein Gesetz, dass bis zu 14 Jahre Haft für Eheschließungen und zivilrechtliche Partnerschaften zwischen zwei Frauen oder zwei Männern vorsieht.

Verbot von Organisationen vorgesehen

Wer "seine Liebesbeziehung zu einem Menschen des gleichen Geschlechts direkt oder indirekt öffentlich zeigt", soll dem Entwurf zufolge mit bis zu zehn Jahren Haft bestraft werden. Die gleiche Strafe ist für die Gründung und Unterstützung von Clubs, Organisationen oder anderen Einrichtungen für Lesben und Schwule vorgesehen.

Vor dem Unterhaus hatte bereits der nigerianische Senat einen gegen Lesben und Schwule gerichteten Gesetzentwurf verabschiedet. Zunächst war unklar, ob die beiden Texte völlig übereinstimmen. Sofern das der Fall ist, geht der Entwurf zur Ratifizierung an Präsident Goodluck Jonathan.

Reaktion auf Druck von außen

Der Menschenrechtsanwalt Jiti Ogunye sagte, das Gesetzesvorhaben sei "Zeitverschwendung" und in erster Linie eine Show. Noch nie hätten in Nigeria zwei Männer oder zwei Frauen versucht zu heiraten. Offenbar gehe es den Abgeordneten vor allem darum, dem wachsenden Druck aus dem westlichen Ausland für die Gleichberechtigung Homosexueller die Stirn zu bieten. So hatte der britische Premierminister David Cameron damit gedroht, die Unterstützung für Länder zu stoppen, die sich gegen die Gleichberechtigung von Lesben und Schwulen wenden.

In Nigeria, dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas, ist die Diskriminierung von Lesben und Schwulen Alltag. Die Gesellschaft ist stark religiös geprägt, etwa die Hälfte der NigerianerInnen sind Christen, die andere Hälfte sind MuslimInnen. Ebenso sind traditionelle Religionen weit verbreitet. (APA/red, dieStandard.at, 31.5.2013)

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