Monsanto gibt Gentech-Lobbying in Europa auf

31. Mai 2013, 15:21
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Vorerst keine Anträge auf Zulassung neuer Pflanzensorten mehr: "Es ist kontraproduktiv, gegen Windmühlen zu kämpfen"

Brüssel - Der US-Agrarkonzern Monsanto gibt den Kampf für den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen in Europa auf. "Wir machen keine Lobbyarbeit mehr für den Anbau in Europa", sagte der Sprecher von Monsanto Europa, Brandon Mitchener, der Berliner "tageszeitung". Derzeit plane sein Unternehmen auch nicht, die Zulassung neuer gentechnisch veränderter Pflanzen zu beantragen. Auch wolle Monsanto auf neue Feldversuche mit Saatgut von Gentech-Pflanzen verzichten.

"Wir haben verstanden, dass das im Moment nicht die breite Akzeptanz hat", sagte die Sprecherin von Monsanto Deutschland, Ursula Lüttmer-Ouazane. Monsanto sei über die Jahre in Europa nicht weitergekommen. "Es ist kontraproduktiv, gegen Windmühlen zu kämpfen."

Der Markt will es nicht

In der Europäischen Union sind der Gentech-Mais MON810 von Monsanto und die Kartoffel Amflora des deutschen Unternehmens BASF für den Anbau zugelassen. Weitere genmanipulierte Pflanzen sind zur Verarbeitung in Futter- und Lebensmitteln erlaubt.

Die Widerstände gegen den Anbau von Gentech-Pflanzen bleiben in der EU jedoch weiterhin groß. BASF hatte daher im Jänner angekündigt, sich nicht mehr um die Zulassung weiterer Kartoffelsorten zu bemühen. Amflora war 2010 nach einem 13-jährigen Verfahren in der EU für den Anbau zugelassen worden - wegen starker Proteste wird sie aber kaum angebaut. Acht EU-Länder, darunter auch Österreich, haben den Anbau der Pflanze auf ihrem Gebiet verboten. (APA/red, derStandard.at, 31. 5. 2013)

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