El Salvador: Kranke Frau brachte Kind per Kaiserschnitt zur Welt

4. Juni 2013, 12:47
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Oberstes Gericht hatte Abtreibung von behindertem Kind verboten - Kleines Mädchen verstarb kurz nach der Geburt

Eine chronisch kranke Frau in El Salvador hat nach dem Verbot einer medizinisch indizierten Abtreibung per Kaiserschnitt ein stark behindertes Kind zur Welt gebracht. Das Kind sei jedoch kurze Zeit nach der Geburt im Brutkasten gestorben, sagte die Gesundheitsministerin des mittelamerikanischen Landes, Maria Isabel Rodriguez am Montag.

Gericht entschied für "Recht des Kindes"

In der 13. Schwangerschaftswoche wurde bei Beatriz' Kind festgestellt, dass es Anenzephalie hat, also eine schwerwiegende und lebensbeendene Fehlbildung des Gehirns. Aufgrund dieser Diagnose sowie ihrer Autoimmunerkrankung hatte die Frau bei der Justiz die Genehmigung beantragt, den Fötus abzutreiben. Vergangene Woche entschied das Oberste Gericht jedoch, dass die Rechte der Mutter nicht über denen des Kindes stehen könnten. Die Richter erinnerten daran, dass die Verfassung von El Salvador Abtreibung verbietet.

Gefährdetes Leben der Mutter

Mit dem Kaiserschnitt konnte nun das Abtreibungsverbot umgangen werden. Gesundheitsministerin Maria Isabel Rodriguez bezeichnete den Kaiserschnitt als "vorgezogene Geburt", er sei demnach kein Schwangerschaftsabbruch. Zuvor hatte der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte El Salvador aufgefordert, alle notwendigen Maßnahmen zu treffen, um das Leben der jungen Frau zu sichern. Wegen des Gesundheitszustands der Mutter gefährde die Schwangerschaft ihr Leben, erklärte das Gericht in San José. Der Fall sorgte auch in der Öffentlichkeit in El Salvador für erhebliches Aufsehen. (APA/red, dieStandard.at, 4.6.2013)

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    In San Salvador äußerten sich AbtreibungsgegnerInnen von "Ja zum Leben"  zum Fall Beatriz.

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    Denkmal der Prolife-Bewegung mitten in San Salvador. Der Titel der Skulptur lautet "Ja zum Leben".

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