Crowdfunding: Österreicher sollen mehr in Start-ups investieren

31. Mai 2013, 14:54
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OeKB-Vorstand denkt über neue Finanzierungsformen für junge Firmen nach

Österreichs Sparer sollten mehr in Start-ups sowie kleine und mittlere Unternehmen investieren. Dafür plädierte OeKB-Vorstand Johannes Attems am Freitag vor Journalisten in Wien. Genügend finanzielle Ressourcen wären hierzulande vorhanden. Das Finanzvermögen der österreichischen Privathaushalte belief sich per Ende 2012 auf 484 Mrd. Euro. Crowdfunding via Internet sei eine interessante neue Möglichkeit, derzeit müsse aber die Einbettung ins Bankwesengesetz (BWG) geklärt werden, so der Kontrollbank-Vorstand. Es gebe viele "sehr dynamische" und erfolgreiche Start-ups und KMUs in Österreich.

Problembär Prospektpflicht

Beim Crowdfunding - auch Schwarmfinanzierung genannt - finanzieren viele kleine (private) Geldgeber ein Projekt. Unterschieden werden reine Spendenprojekte, Spenden mit "Belohnung", "Crowd-Investing" und "Crowdfunding". Wegen noch ungeklärten rechtlichen Fragen fokussieren sich die meisten Crowdfunding-Projekte in Österreich derzeit noch auf das Sammeln von Spenden.

Zur von ÖVP, Grüne und FPÖ geförderten deutlichen Anhebung der Untergrenze der Prospektpflicht (derzeit 100.000 Euro) auf mindestens 700.000 Euro, wollte der OeKB-Vorstand keine Zahl nennen. Auf jeden Fall sei die Prospektpflicht für kleine Unternehmen "belastend".

Attems wünscht sich eine europaweite Standardisierung der Unternehmensresearch. Damit würde sich auch die Prospektpflicht relativieren, weil es dann bereits mehr Informationen über die Unternehmen geben würde. Am besten könnte dieser Aufgabe eine internationale Finanzierungsorganisation gerecht werden. Die heimischen Banken würden die Kreditwürdigkeit und das Geschäftsmodell der österreichischen Unternehmen leider nur mehr unregelmäßig prüfen. (APA, 31.05.2013)

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