Sopile - abends in der Lagune

2. Juni 2013, 18:12
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Das in melancholischer Würde gealterte Sopile wird von einem wahrhaftig venezianischen Istrier geführt und bekocht

Zwar bilden wir havarierte Vielvölker-Verwalter uns unverändert ein, dass auch Venedig einst Teil jenes Traumgebildes war, das wir als unsere eigentliche Größe zurechtzulügen versuchen. Dass die Lagunenmenschen bloß resignative Verachtung für unsereins übrig hatten, die wir uns kurz als transalpine Kriegsgewinnler fühlen durften, ändert nur nichts an der ewigen Attraktion der Stadt im Sumpf – auch für verschmähte Eroberer.

Man muss halt komplett verrückt sein, um sich ausgerechnet in Biennale-Eröffnungs-Zeiten wie diesen nach Venedig einzuschiffen. Dann aber baldigst wieder! In der Zwischenzeit gilt es, die Vorfreude zu schüren. Und dafür gibt es in Wien keine bessere Adresse als jenes in melancholischer Würde gealterte Lokal in der Paulanergasse, das von einem wahrhaftig venezianischen Istrier geführt und bekocht wird.

Ivo Surlina-Poropat versteht sich wie sonst keiner in der Stadt auf ein Fritto der winzigen, meeresknusprigen Gamberetti, auf das Schlagen jener essenziell venezianischen Stockfischcreme namens Baccalà, auf allerhand handgemachte Pasta (auch auf venezianische Art aus Maismehl!) ebenso wie auf die Muscheln und Weichtiere vom Grill. Dass er sich selbst als quintessenzieller Istrier versteht, macht ihn um nichts weniger venezianisch. (Severin Corti, DER STANDARD, 1.6.2013)

Restaurant Sopile
Paulanergasse 10, 1040 Wien
Küche Mo-Sa 18-23 Uhr, Tel.: 01/585 24 33
sopile.at

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    Ivo Surlina-Poropat versteht sich auf ein Fritto der winzigen, meeresknusprigen Gamberetti, auf das Schlagen jener essenziell venezianischen Stockfischcreme namens Baccalà ebenso wie auf Muscheln und Weichtiere vom Grill.

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