Slowenen kaufen weniger ein, Land in Rezession

31. Mai 2013, 15:38
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Der inländische Konsum ging um 7,7 Prozent zurück, die Wirtschaft schrumpft das vierte Quartal in Folge

Ljubljana - Die slowenische Wirtschaft ist im ersten Quartal 2013 stark geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist real um 4,8 Prozent im Jahresvergleich eingebrochen, teilte das slowenische Statistikamt am Freitag mit. Im vierten Quartal 2012 lag der Minus noch bei drei Prozent. "Slowenien ist noch nicht über den Berg, eine Menge Arbeit muss noch erledigt werden", sagte Zentralbank-Chef Marko Kranjec.

Die Arbeitslosenquote legte um eineinhalb Punkte auf 11,1 Prozent zu. Als Ausdruck der lahmen Konjunktur ist auch die Inflation im Mai gefallen. Die Jahresteuerung sank von 1,5 Prozent im April auf 1,2 Prozent.

Regierung in Sparnöten

Das BIP ist damit vier Quartale in Folge geschrumpft, wobei der Rückgang im ersten Quartal 2013 der größte bisher war. Nur die Exporte, die um 1,8 Prozent zugelegt haben, hätten einen positiven Einfluss auf die Wirtschaftsleistung, hieß es. Der inländische Konsum belastet sie hingegen nach wie vor: im ersten Quartal brach der Inlandskonsum um 7,7 Prozent ein.

So gingen etwa die Ausgaben der Regierung um zwei Prozent zurück. Probleme rund um wankende Banken wie die Ljubljanska Banka setzen dem finanziellen Spielraum des Staates zu. Aber auch der Konsum der Privathaushalte fiel um 5,4 Prozent. Die Bruttoinvestitionen sanken um 20,7 Prozent. 

Faule Kredite

Analysten sagten, die Lage werde nun für Sloweniens Banken noch schwerer. Die meisten von ihnen sind in Staatsbesitz. Alle Geldhäuser zusammen kämpfen mit faulen Krediten von sieben Milliarden Euro - das entspricht in etwa einem Fünftel der jährlichen Wirtschaftsleistung.

Die heftige Rezession erschwert es der neuen Regierung, die Vorgaben aus Brüssel zu erfüllen. Die EU-Kommission hat Slowenien erst diese Woche aufgetragen, die Neuverschuldung bis 2015 unter die EU-Obergrenze von drei Prozent im Verhältnis zum BIP zu drücken. Das Land spart bereits, zum Beispiel bei den Ausgaben für Beamte. Zudem ist man bemüht, mit zahlreichen Privatisierungen von Staatsunternehmen Geld in die klamme Kasse zu bekommen. (APA, 31.5.2013)

  • Die Rettung der Ljubljanska Banka kostet das Land Geld und Nerven.
    foto: epa

    Die Rettung der Ljubljanska Banka kostet das Land Geld und Nerven.

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