Voralpen: Gscheite Runde übers Messerer Gscheid

31. Mai 2013, 16:57
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Der historische Übergang vom Enns- ins Steyrtal lockt mit einer durchaus beachtlichen Kollektion an Tiefblicken in Täler. Von

Der Hochbuchberg im Zwickel zwischen Enns und Steyr gehört zu den beliebtesten Gipfeln der oberösterreichischen Voralpen, was nicht weiter überrascht, denn er gilt auch als einer der schönsten Aussichtsberge weit und breit. Und das, obgleich der höchste Punkt teilweise bewaldet ist.

Vom Gipfelkreuz zeigen sich Totes Gebirge und Sengsengebirge mit ihren markantesten Erhebungen, von einer nahen freien Fläche überschaut man fast den gesamten Alpenzug vom Ötscher über Dürrenstein, einigen Gipfeln des Gesäuses, den Ybbstaler Alpen bis zur Kremsmauer und zum Traunstein. Immer wieder geraten die Kuppen des Sauwalds und die Erhebungen des südlichen Mühlviertels ins Blickfeld, auch die Randerhebungen des Alpenvorlandes mit dem auffallenden Plattenstein sind zu sehen. Nicht zuletzt entzückt der Tiefblick in die Täler.

Schau-Zuschläge einrechnen

Die Aussichtsplätze sind jedoch nicht nur auf die Bereiche rund um den Gipfel beschränkt, auch bei der Überschreitung des Kruckenbrettls genießt man immer wieder freie Sicht nach allen Seiten. Man sollte zu den Gehzeiten auch entsprechende Zuschläge fürs Schauen einkalkulieren.

Das Gscheid hieß früher Messerer Gscheid, der Name weist darauf hin, dass einst die Feitelmacher aus Trattenbach ihre Ware über den Sattel in das Tal der Steyr transportierten.

Im Bereich des Hochbuchbergs gab es zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert auch einige Bergbaubetriebe, die Eisenerz förderten und es teilweise in der näheren Umgebung verarbeiteten. Heute sind kaum noch Spuren des einstigen Abbaus zu sehen.

Der Hochbuchberg gehört zwar nicht zum Nationalpark Kalkalpen - sondern liegt nur in dessen Vorfeld -, er ähnelt aber im Landschaftscharakter stark dem Parkgebiet. Auch die Pflanzenwelt weist eine ähnlich beachtliche Vielfalt auf.

Die Runde ist relativ anstrengend, weil sie einige steile Abschnitte beinhaltet, aber sie ist dafür überaus abwechslungsreich und lohnend.

Die Wanderroute: Von der Haunoldmühle bei Grünberg fährt man durch das Radatal bis knapp unter das Gehöft Seebacher und steigt dann in Richtung Gscheid auf. Bald wechselt man nach links auf einen Güterweg, um den Sattel beim Schnee-Herrgott zu erreichen. Von dort wird es auf dem rot markierten Hubertussteig steil bis zum Kruckenbrettl. Gehzeit 1¼ Stunden. Im leichten Abstieg geht es in einer weiteren halben Stunde zum Gscheid.

Nach einer Querung folgt ein weiterer teilweise steiler Anstieg in einen Wiesensattel, von dem man nach links auf den Gipfel des Huchbuchbergs gelangt. Gehzeit ab Gscheid 1½ Stunden, eine knappe halbe Stunde braucht man für den Abstieg zur Grünburger Hütte. Auf der roten Markierung gelangt man - ebenfalls etwas steil - in einer Stunde zum Ausgangspunkt beim Gehöft Seebacher. (Bernd Orfer, DER STANDARD, Album, 1.6.2013)

  • Blick auf den Hochburgberg.
Foto: wikimedia.org

    Blick auf den Hochburgberg.

    Foto: wikimedia.org

  • Gesamtgehzeit 4¾ Stunden, Höhendifferenz rund 800 m. Grünburger Hütte bis 4. November durchgehend geöffnet. ÖK25V Blatt 4201-Ost (Molln), Maßstab 1:25.000
    grafik: der standard

    Gesamtgehzeit 4¾ Stunden, Höhendifferenz rund 800 m. Grünburger Hütte bis 4. November durchgehend geöffnet. ÖK25V Blatt 4201-Ost (Molln), Maßstab 1:25.000

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