"Pirate Cinema": Wie aus Film-"Raubkopien" Kunst wird

31. Mai 2013, 10:21
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Aktuelle Top-100-Filme von "Pirate Bay" werden in Galerie bruchstückhaft und parallel projiziert

Im Rahmen des Sight + Sound Festivals haben der französische Künstler Nicolas Maigret und der US-amerikanische Softwarehersteller Brendan Howell eine neue Installation vorgestellt, die als Kommentar zu aktuellen Medienrealitäten zu verstehen ist. Das "Pirate Cinema" holt sich laufend automatisch per Bittorrent die Top-100-Filme und -Serien von "The Pirate Bay" und projiziert diese abwechselnd in einen Ausstellungsraum, wie das US-Magazin Wired berichtet.

Aufbau

Bis zu fünf Rechner kommen hierfür zum Einsatz, die Wiedergabe erfolgt parallel und in all den Unzulänglichkeiten, die etwa Film-Screener typischerweise aufweisen. Die eigens entwickelte Software besorgt all die Titel anonym, um etwaige rechtliche Probleme zu vermeiden. Zu diesem Zweck wird der schwedische VPN-Service iPredator genutzt. Zudem werden alle Sequenzen nach dem Abspielen wieder gelöscht.

Konzept

Howell sieht in der Installation nicht zuletzt einen Kommentar darauf, dass sich all unsere Beziehungen durch die neuen Medien derzeit in einem radikalen Umbruch befinden. Zudem betonen die KünstlerInnen, dass die Installation auch für sie durchaus interessante Erkenntnisse zu Tage gefördert hat. Wer sich dem parallelen Konsum hingebe, werde schnell bemerken, dass die meisten TV-Serien eine beinahe identische Bildsprache und Kameraführung verwenden. Zudem zeige sich eine verblüffende Ähnlichkeit in der Optik von Musikvideos und Pornofilmen. (red, derStandard.at, 31.05.13)

  • Eindrücklich: Das "Pirate Cinema"
    foto: justin desforges / pirate cinema

    Eindrücklich: Das "Pirate Cinema"

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