Blockupy-Proteste vor EZB in Frankfurt

31. Mai 2013, 16:56
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Drei Stunden lang hat das Protestbündnis gegen die Krisenpolitik der EU demonstriert. Zwischenfälle gab es nicht

Tausende Demonstranten der Protestbewegung Blockupy haben am Freitag das Frankfurter Bankenviertel lahmgelegt. Die Veranstalter sprachen von mehr als 3.000 Protestierenden, die Polizei von maximal der Hälfte. "Die Blockade steht. Der Geschäftsbetrieb der EZB ist erfolgreich gestört", sagte Blockupy-Sprecherin Ani Dießelmann.

Friedlich

Die Demonstranten hielten Schilder mit Aufschriften wie "EZB - Echt ätzend" hoch und machten lautstark mit Rufen und Trommeln auf sich aufmerksam. Den Kapitalismuskritikern standen Polizisten mit Helmen und Hunden gegenüber, die Polizei hatte das Gebäude der Europäischen Zentralbank (EZB) weiträumig abgeriegelt. Laut Polizei blieben die Proteste weitgehend friedlich.

"Widerstand im Herzen des europäischen Krisenregimes", lautet das Motto der diesjährigen Protestaktionen zahlreicher linker Gruppen, die sich zur Bewegung Blockupy zusammengeschlossen haben. Das Bündnis will gegen die Sparpolitik in Europa, Nahrungsmittelspekulationen von Banken und Mietpreiserhöhungen demonstrieren. Die EZB symbolisiere das europäische Krisenmanagement zugunsten der Großbanken und sei ein Akteur der "Verarmungspolitik, die Menschen vor allem in den südeuropäischen Ländern ihre Existenz raubt".

Nach der EZB-Blockade zogen die Demonstranten weiter durch die Stadt. Mehrere hundert Menschen protestierten etwa vor der Deutschen Bank gegen Nahrungsmittelspekulationen. Sie trommelten dabei unter anderem auf leeren Töpfen, die symbolisch für den Hunger auf der Welt standen. Am Frankfurter Flughafen richtete sich der Protest gegen die Abschiebung von Flüchtlingen.

Demonstration am Flughafen zu Mittag

Die Aktivisten hatten Proteste gegen die EU-Finanzpolitik an den Sitzen der EZB und privater Großbanken angekündigt. Die EZB begeht am 1. Juni den 15. Jahrestag ihrer Gründung. Bereits am Mittwoch wurde abseits der Innenstadt ein großes Camp eingerichtet, das Platz für rund 1.000 Aktivisten bietet. Nach der EZB-Blockade am Freitag ist am Samstag eine Großdemo geplant, zu der die Veranstalter bis zu 20.000 Menschen erwarten.

Vor einem Jahr hatten die ersten Blockupy-Tage Frankfurt tagelang in einen Ausnahmezustand versetzt. Auch damals blieb es weitgehend friedlich. (APA, 31.5.2013)

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    Ob es tatsächlich zu einer Blockade kam, ist umstritten. Laut Polizei blieben die Proteste weitgehend friedlich.

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