Assad droht Israel im Falle eines Angriffs

31. Mai 2013, 11:52
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Syriens Präsident verteidigt die Beteiligung der Hisbollah am Bürgerkrieg

Damaskus - Der syrische Präsident Baschar al-Assad hat in einem TV-Interview eine direkte Konfrontation mit Israel ins Gespräch gebracht. "Es gibt eindeutig öffentlichen Druck, eine neue Widerstandsfront auf dem Golan zu eröffnen", sagte er am Donnerstag in einem Interview mit dem Fernsehsender der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah, Al-Manar. Die Golan-Höhen liegen im Grenzgebiet von Syrien und Israel.

Syriens Präsident Bashar al-Assad verteidigte Beteiligung von Hisbollah-Milizen im Kampf gegen Rebellen . "Die großen Schlachten sind in Damaskus und Aleppo, nicht in Al-Kusair", sagte der Machthaber am Donnerstag dem Nachrichtensender der libanesischen Hisbollah-Bewegung, "Al-Manar".

Hisbollah-Einsatz bestätigt

Die Hisbollah sei an den Kämpfen nur mit einer begrenzten Anzahl Milizionäre beteiligt. Der libanesischen "Gottespartei" gehe es dabei vor allem um den Kampf gegen den israelischen Feind und dessen  Agenten im Libanon und in Syrien. Er bekräftigte zudem, dass auf neue Angriffe Israels "strategisch" reagiert werde.

Auf die Frage zu Lieferungen von S-300-Flugabwehrraketen aus Russland sagte er: "Alle Vereinbarungen mit Russland werden eingelöst und einige wurden es vor Kurzem bereits." Am Nachmittag hatte die libanesische Zeitung "Al-Akhbar" Assad hingegen vorab mit den Worten zitiert: "Die ersten russischen S-300-Flugabwehrraketen hat Syrien erhalten, der Rest wird bald ankommen." 

Sechs Monate Training

Eine S-300-Flugabwehreinheit besteht aus mobilen Abschussrampen, Radar- und Kommandofahrzeugen. Experten schätzen, dass das System frühestens sechs Monate nach der Lieferung einsatzbereit wäre, weil das Bedienungspersonal erst geschult werden muss.

Israels Verteidigungsminister Moshe Yaalon und Geheimdienstminister Yuval Steinitz drohten damit, die Lieferung der Boden-Luft-Raketen militärisch zu verhindern: Israel wisse, "was zu tun sei", wenn sie in Syrien eintreffen sollten, sagte Yaalon.

Israel kritisiert EU-Entscheidung

Ein israelischer Regierungsbeamter kritisierte laut "Guardian" die Entscheidung der EU, das Waffenembargo gegen Syrien aufzuheben. Mit dieser "waghalsigen Entscheidung" habe man den Russen den perfekten Grund geliefert, die Luftabwehrraketen trotz internationaler Kritik nach Syrien zu liefern. Israels Luftwaffe flog zuletzt vor vier Wochen Angriffe gegen einen Konvoi in der Nähe von Damaskus. Offizierllen Angaben zufolge sollte damit verhindert werden, dass die libanesische Hisbollah-Miliz iranisches Kriegsmaterial erhält.

Ex-General Shlomo Bron erkärte, der Druck auf das syrische Regime, etwas gegen Israels Luftangriffe zu nternehemen, steige mit jedem Angriff.

Russland liefert MiG-29

Russland liefert Syrien nach eigenen Angaben mindestens zehn Kampfflugzeuge vom Typ Mig-29MM2, sagte Mig-Generaldirektor Sergej Korotkow am Freitag. "Eine syrische Delegation ist derzeit in Moskau und handelt die Details des Vertrags aus", sagte Korotkow. Bei den Kampfflugzeugen handelt es sich um eine modernisierte Variante der MiG-29 (NATO-Code Fulcrum). Syrien hat  mehrmals Maschinen des Herstellers Mikojan-Gurewitsch (MiG) gekauft. (red/APA, 31.5.2013)

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    Präsident Assad im Interview.

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