FPK-Wochenblatt: "Kärntner Nachrichten" werden eingestellt

30. Mai 2013, 19:48
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Parteichef der Kärntner Freiheitlichen sieht "keinen Bedarf" mehr

Klagenfurt - Die Kärntner Wochenzeitung "Kärntner Nachrichten", die bisher als Sprachrohr der Freiheitlichen fungierte, soll eingestellt werden. Das kündigte FPK-Chef Christian Ragger an. Ragger sieht "keinen Bedarf" mehr für das Blatt. Die "Kärntner Nachrichten" werden von der "ABC Werbeagentur" der ehemaligen blauen Funktionäre Armin Kordesch und Helmut Prasch herausgegeben. Kordesch war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Ragger erklärte, bisher habe die FPK die Abonnements der Funktionäre an die ABC bezahlt. Nun würden aber die Abos gekündigt, "der Beitrag der Partei wird eingestellt", so Ragger. Er betonte, die ABC-Werbeagentur sei ein unabhängiges Unternehmen, das nicht von der FPK betrieben werde. Ragger meinte zudem, die "Kärntner Nachrichten" seien eigentlich gar nicht die Parteizeitung der FPK. Er konzedierte aber, dass das Blatt in der Vergangenheit quasi diese Rolle ausgefüllt habe. Für diese "Information der Basis" sei inzwischen aber kein Bedarf mehr gegeben.

Stelleninserate des Landes

Die Zeitung hatte in den vergangenen Monaten immer wieder für Schlagzeilen gesorgt, weil sie von der Kärntner Landesregierung finanziell wiederholt unterstützt worden war. So wurden Stelleninserate des Landes in den "Kärntner Nachrichten" publiziert, obwohl diese laut den Richtlinien nur in Tageszeitungen veröffentlicht werden sollten. Vergangene Woche berichtete die "Kleine Zeitung", die ABC habe dem Land Kärnten eine Rechnung über 9.081 Euro gestellt, und zwar für Berichte über Aktivitäten von Altlandeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK) im ersten Halbjahr 2012. Die Rechnung landete in der Straßenbauabteilung, der Abteilungsleiter gab sie an die Landesamtsdirektion weiter, der Ausgang ist offen.

Doch die fetten Jahre - von 2010 bis 2012 erhielt das Wochenblatt aus dem Amt der Kärntner Landesregierung laut "Kleine Zeitung" immerhin Zuwendungen in der Höhe von 525.736,91 Euro - dürften nach dem blauen Wahldesaster vom 3. März vorbei sein. Und die Partei muss ebenfalls den Gürtel enger schnallen, der Verlust von elf Landtagssitzen schlägt sich schmerzhaft aufs Budget, da der FPK nun Förderungen in Millionenhöhe entgehen.

Die ABC-Werbeagentur, die 2011 laut Firmenbuch einen Bilanzverlust von 435.000 Euro erwirtschaftete, steht im Eigentum von Armin Kordesch, seiner Frau und von Helmut Prasch. Kordesch leitet die Werbeagentur als Geschäftsführer, Prokurist Prasch fungiert laut Website als Chefredakteur der "Kärntner Nachrichten". Beide sind langjährige freiheitliche Weggefährten. Kordesch war einmal Landesgeschäftsführer, Prasch saß für die FPÖ im Bundesrat und war Landesparteisekretär in Kärnten, aktuell ist er freiheitlicher Vizebürgermeister in Krumpendorf. (APA, 30.5.2013)

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