Aberglaube, fehlende Rollstühle und weniger Bildung

30. Mai 2013, 13:13
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Unicef-Bericht zeigt, dass Kinder mit Behinderungen weltweit benachteiligt sind

Ho-Chi-Minh-Stadt (Saigon) - Kinder mit Behinderungen und ihre Familien zählen weltweit zu den am stärksten benachteiligten und gefährdeten Menschen: Laut einem Bericht der UNO-Kinderhilfsorganisation Unicef am Donnerstag haben lediglich fünf bis 15 Prozent der Menschen mit Behinderungen in den ärmsten Entwicklungsländern notwendige Hilfsmittel wie zum Beispiel Rollstühle. Rund drei Viertel der Menschen in armen Ländern, die an Epilepsie leiden, verfügen nicht über die notwendigen Medikamente.

"Wenn wir zuerst die Behinderung sehen, ist das nicht nur falsch für das Kind. Diese Sichtweise enthält der Gesellschaft all das vor, was dieses Kind ausmacht", erklärte UNICEF-Exekutivdirektor Tony Lake bei der Vorstellung des Reports in Vietnam. "Damit Kinder mit Behinderungen etwas zählen, müssen sie gesehen werden, bei der Geburt, in der Schule, im Leben."

Aberglaube

Dem Bericht zufolge gehen Kinder mit Behinderungen weltweit seltener zur Schule. Eine Untersuchung in 51 Ländern ergab, dass lediglich 42 Prozent der eingeschulten Mädchen und 51 Prozent der Buben mit Behinderungen eine Volksschule abschloss. Der Anteil bei den nichtbehinderten Kindern lag jeweils um zehn Prozent höher.

Diskriminierung und Aberglaube führen zudem dazu, dass Kinder mit Behinderungen immer wieder verfolgt werden - so zum Beispiel von Albinismus betroffene Kinder in Tansania. Ihre durchschnittliche Lebenserwartung liegt dort lediglich bei rund 30 Jahren. Aus Untersuchungen in Industrieländern weiß man, dass Kinder mit Behinderungen ein drei bis viermal höheres Risiko tragen, Opfer von Gewalt zu werden.

Kaum Aufmerksamkeit von Regierungen

In Kriegs- und Krisengebieten wie zum Beispiel in Syrien erleiden viele Kinder laut Unicef schwere körperliche und seelische Verletzungen. Jedes Jahr werden weltweit noch immer über 1.000 Kinder durch Minen oder Blindgänger verstümmelt oder getötet. Bei einer Befragung in 25 Ländern sagten zwei Drittel der Überlebenden, dass sie "nie" oder "fast nie" notwendige Hilfe erhielten.

Viele Regierungen schenken dem Thema Behinderung aber kaum Aufmerksamkeit, kritisiert der Bericht. So haben nur wenige Staaten umfassende Informationen darüber, wie viele Menschen mit Behinderungen in ihrer Gesellschaft leben und wie sich diese auf ihr Leben auswirken. Dabei tragen besonders Armut und Unterentwicklung auch zur Verbreitung von Behinderungen bei. So ist zum Beispiel fehlende und unzureichende Ernährung eine Ursache für schwere körperliche und geistige Behinderungen. Weltweit sind deshalb 165 Millionen Kinder in ihrer körperlichen und häufig auch in ihrer geistigen Entwicklung beeinträchtigt. Und zwischen 250.000 und 500.000 Kinder sind jedes Jahr von dem Erblinden bedroht, da sie an Vitamin-A-Mangel leiden. (APA, 30.5.2013)

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    Dem Bericht zufolge gehen Kinder mit Behinderungen weltweit seltener zur Schule.

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