Nokia-Chef Elop: Nokia "kann Microsoft sehr stark lenken"

30. Mai 2013, 11:32
77 Postings

Finnischer Konzern soll viel Mitsprache bei Windows Phone-Entwicklung haben

Stephen Elop, der CEO des finnischen Smartphonebauers Nokia, hat sich in einem ausführlichen Interview mit WinFuture gleich zu einer Reihe verschiedener Themen geäußert. So hält der Konzernchef einen Mangel an Features bei jungen Mobilbetriebssystemen für ganz normal und hält fest, dass Nokia großen Einfluss auf die Entwicklung von Windows Phone ausübt.

Obwohl Windows Phone mittlerweile in sein drittes Jahr geht, fehlen dem System immer noch so manche grundlegenden Funktionen. Beispielsweise verfügt der integrierte Kalender bis heute noch nicht über einen Wochenüberblick, ebenso wenig lässt sich die automatische Drehung der Inhalte am Display beim Kippen von selbigem deaktivieren.

Elop: Nachbessern ist normal

Dass an manchen Stellen noch Verbesserungspotenzial gegeben ist, gesteht auch Elop ein. Für ihn sind diese Defizite allerdings kein großes Ding. Dazu verweist er auf die Anfänge anderer mobilen Betriebssysteme, etwa Apples iOS. Dieses soll zum Start in Sachen Features schlechter bestückt gewesen sein, als das damals von Nokia verwendete Symbian. Dem Siegeszug des iPhones hatte dies keinen Abbruch getan.

Auch Windows Phone steckt nach Elops Ansicht noch in den Kinderschuhen. Die Entwicklungsschwerpunkte würden je nach eigener Priorität auf bestimmte Bereiche gelegt. Dabei soll Microsoft längst nicht alleine das Zepter schwingen. Nokia soll den Redmonder Riesen "sehr stark lenken" können, etwa wenn es um die Implementation von Alleinstellungsmerkmalen geht. Diese stelle man mitunter auch vor Basisfeatures.

Großer Einfluss

Besteht etwa die Wahl, entweder den Kalender um einen Wochenüberblick zu bereichern, oder weitere Verbesserung bei Nokias Implementation von Kamera-Features umzusetzen, würde Microsoft sich auf Anraten von Nokia für Letzteres entscheiden. "Wir arbeiten Seite an Seite an der Prioritätenliste und wir wissen dadurch immer, was gerade im Mittelpunkt steht", beschreibt Elop das Verhältnis. "Wir haben die Möglichkeit, einen Teil der Prioritäten für Windows Phone vorzuschlagen."

Das soll teilweise zu durchaus merkwürdigen Situationen bei internen Videochats führen, etwa wenn hochrangige Microsoft-Mitarbeiter in Sachen Entwicklungs-Zeitplan auf Nokia für eine Antwort verweisen.

Nokia will nicht nur Smartphones bauen

Zuletzt bestätigte Elop auch, dass man künftig auch mit anderen Mobilgeräten von Nokia rechnen kann. Konkrete Angaben, etwa zu den Gerüchten rund um ein Windows 8-Tablet aus Finnland, wollte er nicht machen. Jedoch soll Nokias Kartendienst "HERE" in absehbarer Zeit auch von einigen anderen Herstellern verwendet werden. (red, derStandard.at, 30.05.2013)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Nokias umstrittener Chef Stephen Elop sieht kein großes Problem bei fehlenden WinPhone-Features.

Share if you care.