Mindestens 33 Tote bei Bombenserie im Irak

31. Mai 2013, 00:05
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Gewaltwelle zwischen Schiiten und Sunniten reißt nicht ab - Auch Anschlag auf Gouverneur

Bagdad - Die Serie von Terroranschlägen im Irak reißt nicht mehr ab. Am Donnerstag detonierten in der Hauptstadt Bagdad sechs Autobomben. Nach Angaben von Augenzeugen und Sicherheitsbeamten starben dabei mindestens 33 Menschen, Dutzende wurden verletzt.

Einer der Sprengsätze detonierte vor einem Einkaufszentrum unweit der Innenstadt. Unter den Toten seien auch mehrere Polizisten, hieß es. Betroffen seien erneut auch die überwiegend von Schiiten bewohnten Viertel Al-Sadr und Al-Shaab im östlichen Teil der Metropole.

110 Kilometer westlich von Bagdad entging den Angaben zufolge der Gouverneur der Provinz Al-Anbar, Kassem Mohammed, nur knapp einem Anschlag. Bei der Explosion einer Autobombe in der Stadt Ramadi seien sieben seiner Leibwächter verletzt worden. In Ramadi gibt es seit Monaten heftige Proteste gegen die Regierung in Bagdad. Erst am Mittwoch hatte der Gouverneur der Provinz Salah-al-Din, Ahmed Abdullah, einen Anschlag überlebt.

Autobombe bei Checkpoint

Auch im Umland der nördlichen Stadt Mossul starben bei der Explosion einer Autobombe an einem Checkpoint laut Sicherheitsbehörden vier Polizisten. In den vergangenen Monaten ist der Streit zwischen dem schiitischen Regierungschef Nuri al-Maliki und den Parteien der Sunniten eskaliert. Viele Sunniten fühlen sich von der Regierung diskriminiert, die von schiitischen Parteien dominiert wird.

Seit April wurden bisher mehr als 1100 Menschen getötet. Die Stimmung zwischen den Bevölkerungsgruppen ist so angespannt wie seit mehreren Jahren nicht mehr. Die Anschläge, zu denen sich niemand bekannte, nähren Sorgen, dass der Irak vor einem Rückfall in die bürgerkriegsähnlichen Zustände von 2006 und 2007 steht.

Angefacht wird die Gewalt durch den Bürgerkrieg im benachbarten Syrien. Dort versuchen überwiegend sunnitische Rebellen Präsident Bashar al-Assad zu stürzen. Assads Familie gehört zur Gruppe der Alawiten, die aus den Schiiten hervorgegangen sind. Im Irak geht ein Großteil der Gewalt nach Einschätzung von Vertretern des Sicherheitsapparats auf das Konto radikaler Sunniten und des lokalen Al-Kaida-Flügels. (APA, 30.5.2013)

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