Mammut-Fund weckt erneut Klon-Hoffnungen

29. Mai 2013, 19:11
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Expeditionsleiter spricht vom am besten erhaltenen Mammutkadaver aller Zeiten

Moskau - Ein sehr gut erhaltener Mammutkadaver hat einmal mehr die Hoffnung geweckt, die vor tausenden Jahren ausgestorbene Tierart eines Tages "zurückklonen" zu können. Die Überreste des Tiers wurden im vergangenen Monat auf einer abgelegenen Insel im arktischen Ozean entdeckt und nun von russischen Forschern freigelegt. Laut deren Aussage soll der Kadaver gar noch flüssige Blutreste und rotes Muskelgewebe enthalten haben.

"Das ist die erstaunlichste Entdeckung meines Lebens", sagte Expeditionsleiter Semjon Grigorjew, demzufolge der Kadaver des mit etwa 60 Jahren verendeten Wollhaarmammutweibchens etwa 10.000 bis 15.000 Jahre alt ist. Grigorjew spricht vom am besten erhaltenen Mammutfund aller Zeiten. Der Unterkörper des Säugetiers sei so gut konserviert worden, weil er unter der Wasseroberfläche eines später zugefrorenen Teichs lag. Der obere Teil inklusive Kopf und Rücken sei hingegen von Raubtieren in Mitleidenschaft gezogen worden. "Die Vorderbeine und der Magen sind gut erhalten, der hintere Teil ist bloß noch Gerippe", sagte Grigorjew.

Fund wird sicherheitshalber versteckt

Nach dem Fund hätten die Expeditionsmitglieder ihren Augen kaum getraut. "Als wir das Eis unter dem Magen entfernten, floss sehr dunkles Blut heraus", schilderte Grigorjew, der als Wissenschafter an der staatlichen Universität im nordöstlichen Jakutsk forscht. "Und auch das Muskelgewebe ist rot, wie frisches Fleisch", fügte er hinzu.

"Damit haben wir eine wirklich gute Chance, lebende Zellen aufzuspüren, die uns beim Klonen eines Mammuts helfen könnten", hofft der Forscher. Im vergangenen Jahr hatte Grigorjews Universität einen Vertrag mit der Biotechnologiestiftung des südkoreanischen Klonpioniers Hwang Woo Suk geschlossen. In den kommenden Monaten sollen nun Spezialisten aus Südkorea, Russland und den USA den Mammutkadaver untersuchen. Wo dieser bis dahin aufbewahrt werde, wollte Grigorjew nicht verraten, "sonst werde er noch gestohlen". (APA/red, derStandard.at, 29. 5. 2013)

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