Ebay-Auktionen sterben aus

29. Mai 2013, 15:46
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Mehrheit der Produkte wird als "Sofort-Kauf" eingestellt - Mobile Flohmärkte boomen

Lange nichts mehr bei Ebay versteigert? Keine Sorge - damit sind Sie nicht allein. Laut einer Untersuchung (PDF-Datei) des US-amerikanischen National Bureau of Economic Research (NBER) sind mittlerweile nur noch 15 Prozent der Angebote auf Ebay ausschließlich Auktionen. Stattdessen wird die Mehrheit der Produkte als "Sofort-Kauf" eingestellt - also zu einem festen Preis. Das ist ein Rückgang um mehr als 80 Prozentpunkte im Vergleich zu 2003.

Wie die Autoren in ihrer Studie schreiben, sind für die Entwicklung hin zu Festpreisen und weg von Auktionen weder die Zusammensetzung der Käufer, noch die Verkäufer oder die Produkte verantwortlich. Stattdessen sei einfach die Nachfrage nach Auktionen zurückgegangen. Als eine Ursache wird eine veränderte Präferenz der Kunden ausgemacht. Diese würden lieber bequem und komfortabel einkaufen.

Nutzung von Smartphones

Die Forscher kommen darüber hinaus zu dem Schluss, dass die stärkere Nutzung von Smartphones den Trend zu weniger Auktionen noch verstärken wird. Auf Smartphones sei die Zeit, die die Nutzer im Durchschnitt auf Ebay verbringen 25 Prozent kürzer als sonst. Auch die Seitenaufrufe lägen nur bei 50 Prozent im Vergleich zu Besuchen vom Computer.

Einen besonders starken Einbruch der Auktionszahlen gab es im Jahr 2008. Im Februar hatte Ebay seinen Suchalgorithmus verändert. Bei den Ergebnissen wurden nicht mehr die Produkte ganz oben angezeigt, deren Auktions-Restzeit am kürzesten war. Nun spielte auch die Relevanz der Angebote eine Rolle.

Die Businessweek kommt zu dem Schluss, dass auch die in den USA beliebte Anzeigenseite Craigslist eine wichtige Rolle bei der sinkenden Beliebtheit von Auktionen gespielt haben könnte. Dort hätten die Nutzer alles selbst in der Hand, könnten handeln und tauschen und müssten für die Kommunikation nicht wie bei Ebay einen Mittelsmann einschalten.

Mobile Flohmärkte

Derweil erfreuen sich mobile Flohmärkte steigender Beliebtheit. Smartphone-Apps wie Stuffle oder Shpock haben Ebay einiges voraus: Sie sind einfach zu bedienen, ein Produkt ist innerhalb weniger Sekunden eingestellt und Gebühren fallen für die Verkäufer auch nicht an. (Jörgen Camrath, WSJ.de/derStandard.at, 29.5. 2013)

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    Immer weniger Online-Auktionen, der Trend geht hin zum Sofort-Kauf.

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