Facebook reagiert auf Sexismus-Vorwürfe

29. Mai 2013, 16:01
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Das Soziale Netzwerk räumt Versäumnisse im Umgang mit frauenfeindlichen Inhalten ein und will mit Feministinnen Community-Standards entwickeln

Facebook hat Probleme im Umgang mit sexistischen Äußerungen von Mitgliedern eingeräumt. In den vergangenen Tagen sei deutlich geworden, "dass unsere Systeme für das Erkennen und Löschen von hasserfüllter Sprache nicht so gut funktioniert haben, wie wir das wollen", erklärte das weltgrößte Online-Netzwerk am Dienstag in einem Blog-Beitrag. Dieses Problem ist aber auch bei Vergewaltigungsvideos auf Facebook evident - und auch hier habe das Unternehmen nicht angemessen reagiert bzw. moderiert.

Das Social-Media Unternehmen kündigt nun Verbesserungen der Richtlinien für die Kontrolle von Beiträgen an und erklärte, dass es dabei auch die Unterstützung von ExpertInnen suche. Damit reagiert Facebook auf eine von Feministinnen gestartete Initiative: Sie forderten nicht nur Facebook auf, frauenfeindliche und gewaltverherrlichenden Content zu löschen, sondern haben gezielt Werbekunden von der Social-Media-Seite auf Facebook-Seiten hingewiesen, die Gewalt gegen Frauen verherrlichen.

Community-Standards mit Feministinnen erarbeiten

Die Folge: Nach Medienberichten in den USA sollen mehrere Unternehmen angekündigt haben, wegen der Vorfälle ihre Werbung von Facebook zurückzuziehen. Unter ihnen sei auch der japanische Automobilhersteller Nissan, berichtete die "New York Times". Die Feministinnen - unter ihnen etwa Jaclyn Friedman, Laura Bates und Soraya Chemaly - forderten Facebook unter anderem dazu auf, auch ihre Forum-ModeratorInnen zu schulen. 

Unter dem Titel "It Workded" teilen die Aktivistinnen nun mit, dass über 60.000 Tweets und 5.000 Emails mit Sexismus-Beschwerden an Facebook gingen. Die größte Social-Media Plattform hat die Organisation "Woman, Action and the Media" und Aktivistinnen von  "The Everyday Sexism Project" nun eingeladen, um gemeinsam Community-Standards rund um das Thema Hate-Speech zu erarbeiten um misogyne Töne abzustellen. (APA, red, dieStandard.at, 29.5.2013)

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