Ausgesperrte Life-Ball-Gäste: Stadt will mit Keszler Lösung finden

    29. Mai 2013, 15:03
    45 Postings

    Wegen Überfüllung mussten zahlreiche Ballbesucher im Freien bleiben - Kritik auch an Organisatoren wegen VIP-Bereichen

    Wien - Beim Life Ball, der am vergangenen Samstag gefeiert wurde, hat es Probleme beim Einlass ins Wiener Rathaus gegeben. Daraufhin kritisierte Organisator Gery Keszler via Facebook die "behördlichen Auflagen". Man müsse sich die "Frage stellen, ob ein Life Ball im Rathaus noch möglich ist". Nun meldet sich die Stadt Wien zu Wort: Es sei keine "behördliche Sperre" verfügt worden, stellte Wolfgang Schieferle, Chef der MA 36 (Veranstaltungsbehörde) am Mittwoch klar. Gemeinsam mit Keszler soll nun eine Lösung gesucht werden.

    "Odyssee durch verstopfte Gänge"

    Zahlreiche Gäste haben das diesjährige Charity-Event nicht in guter Erinnerung - vor allem jene, die ins Innere des Rathaus wollten, aber nicht durften. Ihren Unmut hielten sie auch auf der Life Ball-Facebook-Seite fest: "kein aufgang in den 1.stock (...) am direkten weg - nur leider wohin sonst, ist nicht zu erfahren. eine odyssee durch verstopfte gänge bis zum aufgang in den 1. stock beginnt, und dann - ende. ignorante + überforderte securities versperren den weg, man erfährt nicht, warum es nicht weitergeht, muss aber mitansehen, wie ständig 'mitarbeiter' oder 'VIPs'(?) durchgelassen werden oder einfach die, die sich gnadenlos durchdrängen und andere über den haufen rennen", beschrieb etwa eine Userin die chaotischen Zustände.

    In einer Stellungnahme via Facebook betonte Keszler daraufhin: "Für den Life Ball 2013 erfolgte ein Beschluss der Behörde, bei Kapazitätsproblemen im Rathaus bereits im unteren Bereich des Stiegenaufgangs abzusperren." Dabei kritisierte er: "Diesen Beschluss strikt durchzuziehen und frierende Menschen nicht zumindest Einlass in das Treppenhaus bzw. Zugang zu den Garderoben zu ermöglichen, ist für uns in keiner Weise nachvollziehbar."

    Temporäre Sperre bei Überfüllung

    Wie Schieferle erklärte, habe Behörde im Vorfeld eine Bewilligung erteilt, die auf dem Gutachten einer privaten Sicherheitsfirma basiere. Diesem zufolge habe das erste Obergeschoß des Rathauses einen Fassungsraum von 2.960 Personen, was dem Veranstalter auch bekannt gewesen sei. Sollte diese Anzahl überschritten werden, hätte das Ordnerpersonal zu reagieren und eine temporäre Sperre einrichten - was schließlich auch geschehen sei.

    Insgesamt waren 3.500 Gäste auf dem Ball - laut Schieferle etwa gleich viele wie im Vorjahr. Auch der Fassungsraum hätte sich in der Vergangenheit im gleichen Rahmen bewegt. Der Unterschied heuer war: Aufgrund der Wetterlage - es war für die Jahreszeit ausgesprochen kalt - strömten die oftmals leicht bekleideten Menschen ins Innere. In den Vorjahren hätten sich die Besucher besser verteilt und auch im Freien, im Arkadenhof, gefeiert, so der MA 36-Chef.

    Keszler ist unterdessen erbost: "Man muss sich ernsthaft die Frage stellen, ob unter den gegebenen behördlichen Auflagen die Durchführung eines weiteren Life Ball im Rathaus noch möglich ist." Soweit will es die Stadt aber nicht kommen lassen. "Wir werden natürlich das Gespräch suchen mit Herrn Keszler", so Schieferle. Man wolle eine Lösung finden, so dass es zu dieser Problematik künftig nicht mehr komme.

    Festsaal war fast ausschließlich VIPs vorbehalten

    Erzürnt waren die Besucher aber nicht nur über die Einlasssperre, sondern auch darüber, dass der Festsaal bis auf einen schmalen Durchgang den VIPs vorbehalten war. Dort ging unter anderem die "Voguing Ball Show" mit Sängerin Fergie und Kelly Osbourne in der Jury über die Bühne. "Normale" Besucher konnten das Geschehen nur aus der Ferne beobachten.

    "Predige gegen Ausgrenzung, für Gleichheit und Toleranz - und habe gleichzeitig 15 verschiedene Bändchen/Zutrittsabstufungen auf der Party danach", war zum Beispiel der Life Ball-Facebook-Seite zu lesen. "Auch der Festsaal ausschließlich für VIPs - No Go. Panik der vorbeigehenden 'Schaulustigen' inklusive, weil in dem dortigen durch die Absperrung erzeugten Enge wirklich Gefahr für kleine Menschen bestand", war in einem anderen Posting zu lesen.

    Tatsächlich war am Ballabend kaum mehr ein Durchkommen im Festsaal-Bereich möglich. Absperrbänder und Securitys des Veranstalter trennten die normalen Besucher von jenen Gästen, denen der Zutritt zum VIP-Bereich gestattet war. (APA, 29.5.2013)

    Share if you care.