"Tomorrow Festival" in Zwentendorf im Zeichen der Anti-Atom-Bewegung

29. Mai 2013, 13:08
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Global 2000 veranstaltet auch eine Anti-Atom-Konferenz

Zwentendorf - Ein klares Zeichen gegen Atomenergie zu setzen, das ist das Ziel des am Donnerstag startenden viertägigen "Tomorrow Festival", wie der niederösterreichische Umweltlandesrat Stephan Pernkopf in einer Pressekonferenz am Mittwoch in Wien erklärte. Begleitend zu den künstlerischen Acts auf dem Gelände des Atomkraftwerks Zwentendorf findet auch eine von Global 2000 initiierte internationale Anti-Atom-Konferenz statt. Experten aus 18 Ländern nehmen daran teil. Das Bewusstsein junger Menschen zum Thema Atompolitik soll geschärft werden, hieß es.

Zwentendorf als Denkmal und Mahnmal

"Wir unterstützen das Festival und wollen mit Kultur informieren", so der Landesrat. Das, was vor 35 Jahren in Zwentendorf begonnen hat, soll weitergelebt werden. Denn der Ort sei gleichzeitig Denkmal und Mahnmal, unterstrich Pernkopf. Eine Inbetriebnahme des AKW konnte durch eine Volksabstimmung im November 1978 verhindert werden. Heute wird dort Sonnenenergie produziert.

Reger AKW-Ausbau in Nachbarländern

Pernkopf sprach sich deutlich gegen die drohende Förderung für Atomenergie durch die EU aus: "Dies ist absolut inakzeptabel, denn der rege AKW-Ausbau in unseren Nachbarländern und die ungelöste Haftungsfrage nach AKW-Unfällen können nicht die Lösung auf eine nachhaltige Energiezukunft sein", so der Politiker in Anspielung auf das grenznahe tschechische AKW Temelin sowie die slowakischen AKWs Jaslovske Bohunice.

Er forderte die Europäische Kommission daher auf, dass bis 2015 von allen europäischen Ländern mit Atomkraftwerken ein Ausstiegsplan aus dieser Form der Energiegewinnung vorgelegt werden müsse.

Stromkennzeichnungspflicht kommt

Ähnlich sah dies auch Global 2000-Geschäftsführer Reinhard Uhrig: "Unser Ziel ist es, mit diesem Festival Kräfte zu bündeln, um gegen Atomkraft einzutreten." Ein erster Schritt in diese Richtung würde durch die Stromkennzeichnungspflicht in Österreich, die noch in dieser Legislaturperiode im Parlament beschlossen werden soll, gesetzt werden. Aber nachhaltig sei letztendlich nur, in Zukunft den Neubau solcher "Dreckschleudern" international zu verhindern, so Uhrig.

Festival mit Umweltzeichen

Für die Sängerin der Band "Zweitfrau", Diana Lueger, die das Festival moderieren wird, hat das "Tomorrow Festival" einen ganz besonderen Reiz: "Es ist das erste Festival mit einem österreichischen Umweltzeichen." Regionales Bio-Essen, Mehrweggebinde, Müllvermeidung und die Anreise mit dem Fahrrad würden einen nachhaltigen Lebensstil widerspiegeln. "Wir wollen schaffen, dass Green-Festivals zum Standard werden und wir dabei eine Vorreiterrolle einnehmen", so Lueger. (APA, 29.5.2013)

  • Regionales Bio-Essen, Mehrweggebinde und Müllvermeidung beim Festival spiegeln einen nachhaltigen Lebensstil wider.
    foto: evn / raimo rumpler

    Regionales Bio-Essen, Mehrweggebinde und Müllvermeidung beim Festival spiegeln einen nachhaltigen Lebensstil wider.

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