Polizei: Messer-Attacke auf Soldaten in Paris war Nachahmungstat

29. Mai 2013, 19:37
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Laut Ermittlerkreisen handelt es sich beim dem 22-Jährigen um radikalen Islamisten

Vier Tage nach dem Angriff auf einen französischen Soldaten hat die Polizei den mutmaßlichen Messerstecher festgenommen. Der Mann habe die Tat nach seiner Festnahme am Mittwochmorgen gestanden, sagte der Pariser Staatsanwalt Francois Molins. Polizeikreisen zufolge hatte ein Geheimdienst im Februar die "Radikalisierung" des jungen Mannes gemeldet.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der am Donnerstag 22 Jahre alt werdende Mann aus religiösen Gründen gehandelt hat. Eine Überwachungskamera habe den Muslim Minuten vor der Tat bei einem Gebet gefilmt, teilte die Anklagebehörde am Mittwoch mit.

Für die Polizei handelt es sich um eine Nachahmungstat. Der Mord an einem britischen Soldaten in der vergangenen Woche habe den Täter motiviert. Die britische Polizei geht von einem islamistischen Hintergrund des Mordanschlags aus.

Zum Islam konvertiert

"Es scheint klar, dass er töten wollte", sagte Staatsanwalt Francois Molins. Die Ermittler behandelten den Anschlag als einen Terrorakt. Der Tatverdächtige wurde anhand von Fingerabdrücken ermittelt und in einem Pariser Vorort festgenommen. Er ist der Polizei wegen Diebstahls und illegalen Waffenbesitzes bekannt. Der junge Mann sei mit Beginn der Volljährigkeit zum Islam konvertiert, sagte Molins.

Der Mann soll am Samstag in dem Geschäftsviertel La Defense westlich der Hauptstadt einem französischen Soldaten von hinten in den Nacken gestochen haben. Dieser wurde mittlerweile wieder aus dem Krankenhaus entlassen.

Seit Beginn des Militäreinsatzes in Mali sind in Frankreich die Sicherheitsvorkehrungen verschärft worden. Sorge machen den Behörden vor allem in Frankreich aufgewachsene Extremisten. "Wir müssen wachsam bleiben", mahnte Innenminister Manuel Valls im Fernsehsender i>Tele.
Frankreich beherbergt die mit fünf bis sechs Millionen Menschen größte muslimische Gemeinschaft in Europa. Die aus den früheren nord- und westafrikanischen Kolonien stammenden Muslime leben vornehmlich in Vororten von Großstädten wie Paris, Marseille und Lyon. Im März vorigen Jahres hatte ein radikaler französischer Muslim drei Soldaten und vier Angehörige der jüdischen Gemeinde in Toulon getötet. Er wurde später von Polizisten erschossen. (APA, 29.5.2013)

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