Niedermeyer-Mitarbeiter zittern

28. Mai 2013, 17:53
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Knapp 300 Mitarbeiter der insolventen Elektrohandelskette hoffen, dass sich ein finanzstarker Investor zur Fortführung des Betriebs findet

Wien - Knapp 300 Mitarbeiter bei der insolventen Elektrohandelskette Niedermeyer hoffen noch, dass sich ein finanzstarker Investor zur Fortführung des Betriebs findet. Heute, Mittwoch, sollen die Gläubiger von Geschäftsführer Werner Weber informiert werden, wie weit die Suche nach dem Geldgeber fortgeschritten ist. Benötigt werden, wie Weber zuletzt wissen ließ, vier bis sechs Millionen Euro.

Wie berichtet ruhten die Hoffnungen vor allem auf dem deutschen Versandhändler Cyberport, der zum deutschen Medienkonzern Burda gehört und mit Niedermeyer bereits seit 2011 kooperiert. Weder bei Niedermeyer noch bei Cyberport war im Vorfeld ein Kommentar zu bekommen. Gegenüber Gläubigern war auch von anderen potenziellen Investoren die Rede, Namen wurden aber bisher nicht genannt.

Fortführung oder nicht

In der Branche wird die Fortführung des Traditionsbetriebes als nicht sehr realistisch eingeschätzt. Nach der Insolvenzeröffnung am 2. April wurde das Filialnetz bereits drastisch verkleinert. 53 von 98 Standorten wurden geschlossen, 280 Mitarbeiter mussten gehen. Für 17 Filialen konnte recht rasch ein Übernehmer gefunden werden.

Was die Konkurrenz hinter vorgehaltener Hand stört: Niedermeyer versucht derzeit mit Dumpingpreisen, seine Produkte loszuwerden. Gleichzeitig musste der staatliche Insolvenzenentgeltsicherungsfonds für die März- Gehälter einspringen. Drei Millionen Euro an nicht bezahlten Entgelten wurden bereits beantragt - und es dürfte noch deutlich mehr werden. Eine Million wurde bereits ausbezahlt. "Wenn die Preispolitik bei Niedermeyer noch länger so anhält, ist das eine Marktverzerrung", so ein Branchenvertreter. Der erste Gläubigerausschuss findet am 6. Juni statt. Angeboten wurde von Unternehmensseite eine Quote von 20 Prozent. Die Passive liegen bei knapp 29 Millionen Euro. (go, DER STANDARD; 29.5.2013)

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    In der Branche wird die Fortführung des Traditionsbetriebes als nicht sehr realistisch eingeschätzt.

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