Georgier trotz Selbstverletzung abgeschoben

28. Mai 2013, 18:29
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Auch ein an Schizophrenie erkrankter Mann und seine Mutter wurden außer Landes gebracht

Wien/Jerewan - Vor einem Abschiebeflug der EU-Grenzschutzagentur Frontex von Wien in die armenische Hauptstadt Jerewan herrschte am Dienstag Aufregung. Irakli Hurzidze (25) aus Georgien, der nach zehn Jahren in Österreich weggebracht wurde, fügte sich vor dem Abtransport Schnittwunden zu.

Laut seinen Unterstützern hatte er für den Fall der Abschiebung Selbstmordabsichten bekundet. "Die Schnittwunden im Brustbereich waren nur oberflächlich. Sie konnten von einem Arzt verpflastert werden", hieß es dazu aus dem Innenministerium. Hurzidze wurde wie geplant ins Flugzeug gebracht.

Auch Schizophrener laut Amtsarzt transportfähig

Ebenfalls nach Armenien geschickt wurden der 38-jährige an Schizophrenie erkrankte Gagig Z. und seine Mutter Kima G. Bis zuletzt hatten NGO-Vertreter und Gagigs Brüder versucht, die Verantwortlichen zu überzeugen, dies zu verhindern - ohne Erfolg. Dem Befund einer Psychiaterin, die Gagig Z. am Montag Transportunfähigkeit beschieden hatte, wurde von einem Amtsarzt widersprochen.

Zwei Brüder Gagig Z.s haben in Österreich Asyl bekommen. "Wir haben darauf hingewiesen, dass einer von ihnen seit Anfang Mai der vorläufige Sachwalter Gagigs ist. Uns wurde entgegnet, dass eine vorläufige Sachwalterschaft angesichts einer Abschiebung keinen Wert hat", schildert Günter Klodner, der Familie Z. in der Causa unterstützt hat. (Irene Brickner, DER STANDARD, 29.5.2013)


Kommentar von Irene Brickner

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