Schwimm-WM ohne Dinko Jukic

28. Mai 2013, 17:11
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Olympiavierter hat Förderung des Bundes verloren – Schröcksnadel-Initiative zu spät

Wien – "Wenn man etwas will, findet man einen Weg. Wenn man ­etwas nicht will, findet man einen Grund." So erklärt sich der Schwimmer Dinko Jukic, wieso er um die sogenannte "Team-Rot-Weiß-Rot-Förderung" umgefallen ist. Auch ein persönliches Gespräch mit dem neuen Sportminister Gerald Klug (SPÖ) änderte nichts daran. Jukics Schlussfolgerung: "Die WM wird heuer ohne mich stattfinden."

Wobei der 24-Jährige, der als Vierter über 200 Meter Delfin bei Olympia 2012 für das beste österreichische Ergebnis sorgte, die Argumente des Ministers "schon verstehen kann". Schließlich sei nicht er, Jukic, der Fördervertragspartner des Bundes, sondern der Schwimmverband (OSV), mit dem er, Jukic, im Streit liegt. Im Ministerium bestätigt man, dass ein Vertrag nicht mit Jukic, sondern nur mit dem OSV errichtet werden könne.

Jukic, der Kurzbahn-WM-Bronze 2008 und sechs EM-Medaillen holte, verweist darauf, dass OSV-Präsident Christian Meidlinger zugesagt habe, der Verband werde jedes Urteil zur Jukic-Sperre – nach Beleidigung eines Funktionärs – akzeptieren. Dann, als die Sperre aufgehoben wurde, erhob der OSV Einspruch. "Bis nicht alles ausgefochten ist, schwimme ich nicht mehr für den Verband“, sagt Jukic. Auch nicht bei der WM (Barcelona, ab 19. Juli).

Minister Klug hat vor zwei Wochen einen (weiteren) Förderplan präsentiert, das Projekt Rio 2016, Peter Schröcksnadel verantwortet es. Der ÖSV-Chef kündigte an, mit Jukic reden und vermitteln zu wollen. „Bis jetzt haben wir nicht geredet", sagt Jukic. Er soll dem Kader der zu fördernden Sportler angehören, fix wird der Kader aber erst im Herbst, und vor dem Sommer fließt garantiert kein Geld. Zu spät, sagt Jukic. "Der Zug zur WM ist für mich abgefahren." (Fritz Neumann, DER STANDARD; 28.5.2013)

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    Dinko Jukic lässt die WM sausen.

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