EU prüft Apple: Das Schweigen der Mobilfunker

28. Mai 2013, 15:58
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Die kritisierten Vertriebsbedingungen des Technologie-Konzerns werden ungern kommentiert

Am Montag wurden Berichte veröffentlicht, denen zufolge Apple wieder ins Visier der Wettbewerbshüter in Brüssel rückt. Die EU-Kartellwächters sollen nun die Verträge unter die Lupe nehmen, die zwischen Apple und Mobilfunkern in Europa abgeschlossen wurden. Die Überprüfung soll vor allem deshalb stattfinden, weil sich Telekom-Unternehmen offenbar selbst bei der Kartellbehörde beschwert haben.

Viel Geld in iPhone-Kunden stecken

Welche Mobilfunker das sind oder waren ist nicht kommuniziert worden. Dass sich gleich mehrere Anbieter aufgrund der angeblichen Mindestbestellmengen und der hohen Subventionen beschwert haben, ist nicht unwahrscheinlich. Bereits im Jänner äußerte sich Ex-Orange-Chef Michael Krammer negativ über Apples Vertragsbedingungen. Er kritisierte vor allem die stark erhöhten Geräteunterstützungen und sprach von den Bedingungen als "Doppelmühle". Mobilfunker müssten in iPhone-Kunden viel Geld stecken, um attraktive Tarife mit dem iPhone anbieten zu können.

Apple spielt seine Marktmacht gekonnt aus

Im März berichtete "Die Presse", dass Apple den heimischen Mobilfunker vorschreibt, "wie viele Handys man in einem bestimmten Zeitraum verkaufen muss. Erreicht man diese Zahl nicht, muss man pro nicht verkauftem Handy zwischen 200 und 300 Euro an Apple als Werbekostenzuschuss bezahlen". Die Netzbetreiber haben diesen Verträgen allerdings zugestimmt, da sie froh sind, das iPhone anbieten zu können.

Zu Vertraulichkeit verpflichtet

Auf Anfrage des WebStandards zu den aktuellen Entwicklungen und dem Vorgehen der EU gibt es von den Mobilfunkern nicht viele Kommentare. Ein Mobilfunker  meinte lediglich zum WebStandard, dass man das "Thema Apple" und "die damit zusammenhängenden Betriebsbedingungen nicht kommentieren" wolle. Der Vertrag zwischen Mobilfunkern und Apple verpflichte zu Vertraulichkeit. Ob unter den Beschwerdeführern in Brüssel auch heimische Mobilfunker vertreten sind, wird sich also vorerst nicht ausmachen lassen. (red, derStandard.at, 28.5.2013)

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    Apples Vertragsbedingungen mit Mobilfunkern dürfen von diesen nicht kommentiert werden

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