E-Bikes: Mehr als Hälfte "nicht genügend"

28. Mai 2013, 15:00
383 Postings

Bei einem Intensiv-Check schnitten die meisten der boomenden Pedelecs miserabel ab

Wien - Negativrekord bei einem ausführlichen Test von Elektrofahrrädern: "Noch nie gab es so viele 'nicht zufriedenstellende' Testurteile wie in dieser Prüfung von 16 E-Bikes", berichtet der "Konsument" in seiner Juni-Ausgabe. Mehr als die Hälfte der Freizeitsportgeräte ist wegen technischer Unzulänglichkeiten, Sicherheitsmängeln und Materialfehlern "durchgerasselt".

Bei der gemeinsam vom deutschen ADAC, der Stiftung Warentest und dem ÖAMTC durchgeführten Prüfung von Fahrrädern mit Elektro-Zusatzantrieb (Pedelecs) wurden überwiegend Modelle der sogenannten Komfortklasse mit Preisen von 2.200 bis 2.700 Euro getestet. Billigprodukte wurden diesmal nicht geprüft. 

Meist durchschnittlich

Praxistauglich sind die Pedelecs laut den Testern überwiegend, gelobt wurden große Reichweiten, guter Fahrkomfort und hoher Spaßfaktor. Mit den meisten Modellen lässt es sich auch ohne elektrische Unterstützung zumindest "durchschnittlich" gut radeln.

Zu den zahlreichen negativen Bewertungen führten Sicherheitsmängel, wie sie nach 20.000 Kilometern auf dem Prüfstand und weiteren 300 bis 400 Kilometern auf der Straße auftraten: Da brach ein Hinterrad oder die Radhalterung, in zwei Fällen kam es zum Lenkerbruch, mehrfach wurden die Bremsen als mangelhaft eingestuft.

Unterschiede bei den Akkus

"Wenn aber bei 25 km/h beispielsweise der Lenker bricht, kommt der Aufprall auf die Fahrbahn oder ein anderes festes Hindernis einem Köpfler vom Trampolin in ein 2,5 Meter tiefes Schwimmbecken gleich" - ohne Wasser drin, warnten die Konsumentenschützer. Im Gegensatz zu einem normalen Fahrrad schaffen mit dem Pedelec auch ungeübte, unsichere Fahrer solche Geschwindigkeiten im Nu.

Erhebliche Unterschiede gibt es bei den Akkus. Leicht, hohe Reichweite und geringe Ladedauer - alles auf einmal geht nicht, der Kunde muss gemäß seinen Bedürfnissen eine Auswahl treffen. Die Reichweite liegt zwischen 40 und 80 Kilometern, die Ladedauer beträgt zweieinhalb Stunden bis zu rund einen halben Tag. Die Preise für Zweit- oder Ersatzakku bewegen sich zwischen 300 und 700 Euro. Das Gewicht schwankt zwischen zweieinhalb und vier Kilo, jenes der Ladegeräte reicht von wenig mehr als einem halben bis zu rund eineinhalb Kilo.

Testsieger wurde unter 16 Kandidaten das Stevens E-Courier SX. Mit der Gesamtnote "Nicht genügend" wurden gleich neun Modelle bewertet:

  • Flyer C5R Deluxe
  • Raleigh Impulse iR HS
  • Victoria Assen
  • KTM Macina Eight
  • Sinus B3
  • Fischer E-Bike City Pedelec
  • Top Velo Alu-ElektroFahrrad 28"
  • Kreidler Vitality Elite VE3
  • Leviatec Demission

Nach Schätzung des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) wurden 2012 in Österreich 45.000 Elektrofahrräder verkauft, das entspricht jedem zehnten Rad. Dabei unterscheidet man Pedelecs, die den Motor nur zuschalten, wenn man gleichzeitig in die Pedale tritt, von E-Bikes, die mit oder ohne Pedalunterstützung angetrieben werden. Insgesamt dürften mehr als 100.000 elektrounterstützte Räder unterwegs sein. (APA/red, derStandard.at, 28.5.2013)

  • Elektrobikes erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Doch die Technik ist bei vielen Fahrrädern noch mangelhaft.
    foto: daimler

    Elektrobikes erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Doch die Technik ist bei vielen Fahrrädern noch mangelhaft.

Share if you care.