Arbeiten am Wochenende macht schlechte Laune

28. Mai 2013, 13:47
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Immer mehr junge Frauen müssen am Wochenende arbeiten: Das wirkt sich negativ auf die Arbeitszufriedenheit aus - MigrantInnen sind mit Arbeitsumfeld unzufriedener

Immer mehr ArbeitnehmerInnen in Österreich müssen am Wochenende arbeiten und das wirkt sich negativ auf die Arbeitszufriedenheit aus. Zu dieser Erkenntnis gelangt der neueste Arbeitsklima-Index der Oberösterreichischen Arbeiterkammer, der am Dienstag präsentiert wurde.

"Zeiteinteilung" immer schwieriger

Insgesamt ist die Arbeitszufriedenheit der in Österreich Beschäftigten nicht gesunken - sie stagniert seit zwei Jahren bei 108 Punkten. Doch im Teilbereich Zeiteinteilung, wo auch Wochenendarbeit und Überstunden abgefragt werden, hat es eine Verschlechterung gegeben. Zum einen müssen immer mehr Menschen regelmäßig Samstagsarbeit leisten - hier ist der Anteil im letzten Jahr von 17 auf 22 Prozent gestiegen. Vor allem junge Frauen (bis 25 Jahre) sind von dieser Entwicklung betroffen. Sie betrifft der regelmäßige Samstagseinsatz viel stärker als Männer in der gleichen Altersgruppe (38 Prozent junge Frauen, 19 Prozent junge Männer). 

Zum anderen zeigt der Arbeitsklima-Index, dass jene, die regelmäßig am Wochenende arbeiten müssen, auch unzufriedener mit ihrer Arbeitszeit sind. Bei Beschäftigten, die häufig am Samstag arbeiten müssen, liegt der Index bei 102 Punkten, bei jenen, die am Sonntag arbeiten müssen, bei 101 Punkten (Gesamtindex 108 Punkte). Dasselbe gilt für Beschäftigte, die häufig in der Nacht arbeiten oder Überstunden leisten müssen. "Sie sind weniger zufrieden, haben mehr Zeitdruck, höhere körperliche und psychische Belastungen sowie größere Schwierigkeiten, Privat- und Berufsleben miteinander zu vereinbaren", heißt es in der Aussendung der AK.

Unzufriedenheit mit Arbeitsumfeld bei MigrantInnen deutlich höher

Im Bereich "Arbeitsumfeld" zeigten sich auch interessante Umfrage-Ergebnisse. Während Menschen ohne Migrationshintergrund zu 91 Prozent mit den KollegInnen und zu 70 Prozent mit dem Führungsstil und ihrer eigenen beruflichen Position zufrieden sind, haben nur 74 Prozent der MigrantInnen befriedigende Beziehungen mit den KollegInnn und nur etwa die Hälfte ist mit dem Führungsstil des Chefs sowie der eigenen sozialen Position als ArbeitnehmerIn zufrieden.

AK fordert kürzere Arbeitszeiten

Angesichts der Ergebnisse forderte AK-Präsident Johann Kalliauer kürzere Arbeitszeiten und weniger Überstunden für ArbeitnehmerInnen. "Überstunden sollen für Unternehmen teurer und unattraktiver werden. Pro Überstunde sollen die Unternehmen einen Arbeitsmarkt- und Gesundheitseuro an den Staat abführen", so Kalliauer. (APA/red, dieStandard.at, 28.5.2013)

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