Hollywood-Studios: Google soll Mega aus Suche entfernen

28. Mai 2013, 13:03
5 Postings

Warner Bros. und NBC wollen Hosting-Portal Mega "unabsichtlich" aus den Suchergebnissen verschwinden lassen

Kim Dotcoms Kampf gegen die Contentindustrie in den USA bekommt neues Öl ins Feuer gegossen. Laut einem Bericht von TorrentFreak sollen zwei der größten Hollywood-Studios bei Google angefragt haben, Kim Dotcoms Mega aus den Suchergebnissen zu entfernen. Zwar ist es nicht ungewöhnlich, dass die Contenthersteller solche Anfragen immer wieder bei Google einbringen, dass ein selbsternanntes Hosting-Portal darunter ist, erscheint aber angesichts immer mehr werdender Online-Speicherdienste etwas fragwürdig.

Nicht auf Hauptseite

Wie Torrentfreak anmerkt, ist dies vor allem unter dem Aspekt der Privatsphäre interessant: Dotcoms Mega verlinkt nämlich auf kein einziges File. Dateien können dort zwar mit einem Account hochgeladen werden, öffentlich sind diese aber nicht einsehbar und schon gar nicht auf der Hauptseite verlinkt. NBC Universal meint, dass die Website auf einen illegal hochgeladenen Film namens "Mama" verlinkt. Warner Bros. beanstandet indes, dass der Film "Gangster Squad" über Mega zum Download bereitsteht.

Radio-Spots stoppen

Das Verhalten der Hollywood-Studios, so Dotcom, passe zu dem, was man in den letzten Jahren erlebt habe. Als Beispiele nennt er den Takedown des MegaUpload-Songs aufgrund von einer Urheberrechtsbeanstandung seitens Universal Music oder deren Versuch, den Radio-Spots von Mega Einhalt zu gebieten.

In der Bredouille

Da die Abgleiche der Contenthersteller offenbar auch andere Files anführen, die von Google nicht indiziert werden sollen, wurde bei Mega fälschlicherweise die Hauptseite angegeben. Google hat bislang nichts unternommen, Mega ist nach wie vor auch über die Google-Suche zu finden. Laut Dotcom würden die automatisierten Prozesse bei den Hollywood-Studios dazu führen, dass auch zu Unrecht beschuldigte Seiten immer wieder in die Bredouille geraten.

"Extremistisches Verhalten"

In der Zeit, als Megaupload noch online war, sollen laut Dotcom etwa 20 Prozent aller Entfernungs-Anfragen falsche Anschuldigungen gewesen sein, die durch automatisierte Suche nach Schlagworten hervorgerufen wurden. Für Dotcom ist das ein klarer Missbrauch des Systems von Löschanfragen. Das Weiße Haus müsse erkennen, betont der Mega-Gründer, dass das System weitreichende Konsequenzen habe. Dieser Missbrauch sei lediglich durch den starken politischen Rückhalt gegeben. Er bezeichnet die Vorgehen der Studios angesichts dieser hohen Fehlerquote als "extremistisches Verhalten", das innovationsfeindlich sein. (red, derStandard.at, 28.5.2013)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Kim Dotcom meint, das "extremistische" Verhalten der Hollywood-Studios würde durch die Politik begünstigt werden

Share if you care.