Nordkorea öffnet Industriekomplex Kaesong für den Süden

28. Mai 2013, 12:52
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Signal des Entgegenkommens im Streit über gemeinsame Wirtschaftszone - Reaktion von Seoul noch offen

Seoul - Im Streit über den geschlossenen gemeinsamen Industriekomplex Kaesong hat Nordkorea ein Signal der Entspannung an den Süden gesandt. Pjöngjang gestattete am Dienstag südkoreanischen Geschäftsleuten, ihre Fabriken in der Sonderwirtschaftszone zu "besuchen", und garantierte ihnen Schutz. "Der Süden muss sich um ihre Sicherheit nicht sorgen", erklärte das nordkoreanische Wiedervereinigungskomitee (CPRK). Ob sich Seoul darauf einlässt, blieb zunächst offen. Die Regierung bekräftigte lediglich die Forderung nach offiziellen Verhandlungen über Kaesong.

In der grenznahen Sonderwirtschaftszone auf nordkoreanischem Boden hatten sich seit 2004 mehr als 120 südkoreanische Firmen angesiedelt. Als weitere Eskalationsstufe im Konflikt mit dem Süden verweigerte die nordkoreanische Führung Südkoreanern seit Anfang April den Zugang. Die mehr als 50.000 dort tätigen nordkoreanischen Arbeiter wurden abgezogen.

Geschäftsleute bangen

Die südkoreanische Wirtschaft beklagt seitdem nicht nur deutliche Einbußen. Die in Kaesong aktiven Geschäftsleute fürchten auch um ihre Maschinen, ihre Lager und fertigen Produkte, die sie bei der Schließung zurücklassen mussten - und verlangten die Möglichkeit für Visiten ihrer Standorte. Geht es nach Pjöngjang, dann sollen die ersten formellen Gespräche über den Komplex am Rande der Manager-Besuche geführt werden. Die südkoreanische Regierung solle dafür Mitarbeiter mitschicken, erklärte das CPRK.

Die Lage auf der koreanischen Halbinsel ist seit Monaten angespannt. Das isolierte kommunistische Nordkorea hatte Südkorea und den USA unter anderem mit Atomangriffen gedroht. Zuletzt schien sich die Lage auf der koreanischen Halbinsel jedoch wieder leicht zu entspannen. Nach US-Angaben zog Nordkorea in Position gebrachte Mittelstreckenraketen wieder ab. (APA, 28.5.2013)

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    Kaesong, eigentlich ein Zeichen der Zusammenarbeit zwischen Nord- und Südkorea, seit einigen Monaten aber eher ein Zankapfel.

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