Tuberkulose in zwei Wiener Schulen: 18 Infizierte

28. Mai 2013, 12:14
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Nun müssen 1.500 Lehrer, Schüler und Familienangehörige untersucht werden

Wien - In zwei Wiener Schulen herrscht derzeit besondere Vorsicht. Laut Medienberichten ist bei 18 Schülern einer Handelsakademie in Favoriten und eines Gymnasiums in Wieden eine Infizierung mit Tuberkulose festgestellt worden. Drei hätten beim Lungenröntgen erste Erkrankungssymptome gezeigt. Aus diesem Grund werden derzeit insgesamt 1.500 Personen auf die Lungenkrankheit untersucht.

Erste Ergebnisse dieser Tests liegen bereits vor: "Bisher wurden keine weiteren Auffälligkeiten gefunden", sagte Ursula Karnthaler, Leiterin des Fachbereichs Infektionsvorsorge. Sie warnte auch vor einer Panik und beruhigte: "Es muss keiner Angst haben. Man kann mit allen dort Kontakt haben. Es geht keine Gefahr aus." Zudem bedeute eine Infektion nicht automatisch, dass man auch an Tuberkulose erkranke.

Lungenerkrankung im Dezember 2012

Im Dezember 2012 wurde die Lungenerkrankung bei einem 17-Jährigen festgestellt, der zuvor die Schule gewechselt hatte, hieß es in den Berichten. Erste Untersuchungen hätten damals noch keine Infektion gezeigt. Im April seien dann weitere Tests durchgeführt worden. Bei 18 Personen aus den beiden Schulen wurde eine Infektion festgestellt, drei zeigten Erkrankungssymptome.

Aufgrund dieses Resultats sei beschlossen worden, die insgesamt 1.500 Personen zu untersuchen. Bei den Betroffenen handelt es sich laut MA 15 (Gesundheitsamt) um die Lehrer und Schüler der beiden Schulen sowie um Familienangehörige. Bei den ersten Ergebnissen seien aber keine Auffälligkeiten entdeckt worden. (APA, 28.5.2013)

Stichwort Tuberkulose

TBC wird durch Tröpfcheninfektion übertragen und befällt die Lunge. In seltenen Fällen wird die bakterielle Infektionskrankheit auch direkt übertragen, beispielsweise wenn sich eine infizierte Person in die Hand hustet und diese jemanden reicht. Befallen TBC-Erreger die Lunge, versucht das menschliche Immunsystem, diese in Schach zu halten. Wenn die Bakterien schlummern, handelt es sich um eine geschlossene Tuberkulose.

Ist das Immunsystem schwach, wie zum Beispiel bei älteren Menschen, macht sich die Infektion bemerkbar. Dann wird von einer offenen, infektiösen Tuberkulose gesprochen. Ansteckend ist TBC, sobald die Bakterien den Weg in die Bronchien gefunden haben und über die Atemwege abgesondert werden. Eine nicht diagnostizierte offene TBC-Infektion muss nicht tödlich enden, kann jedoch laut Medizinern innerhalb einiger Tage oder Wochen zum Tod führen.

Auf eine TBC-Erkrankung können Fieber, Husten, Nachtschweiß, Gewichtsverlust, Atemnot und in fortgeschrittenem Stadium blutiger Husten hinweisen. Diagnostiziert wird die Erkrankung generell über relativ bald sichtbare, weiße Flecken beim Lungenröntgen.

Behandelt wird die früher Schwindsucht oder Morbus Koch bezeichnete Krankheit mit einer Kombination aus mehreren Antibiotika, sogenannten Antituberkulotika. Die Therapie kann sich über Monate hinziehen. Ein Problem stellen Bakterienstämme dar, die gegen die herkömmlichen Antibiotika resistent sind.

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