Industriepflänzchen bildet wieder neue Triebe

28. Mai 2013, 11:18
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Bank-Austria-Experten meinen Licht am Ende des Tunnels zu sehen, der Einkaufsmanagerindex liegt aber immer noch unter der Wachstumsgrenze

Wien - Wende im Mai: In der österreichischen Industrie zeichnet sich nach einer Durststrecke seit der zweiten Jahreshälfte 2012 wieder ein leichter Anstieg ab, besagt der aktuelle Bank Austria Einkaufsmanagerindex. Dank eines Plus bei den Auftragseingängen gab es zuletzt eine Produktionsausweitung, der Beschäftigtenstand ist allerdings weiter rückläufig, auch wenn die Kostensituation dank sinkender Rohstoffpreise besser ist als zuletzt. 2013 soll die Industrie durch moderates Wachstum im zweiten Halbjahr insgesamt um rund ein Prozent wachsen.

"Nun ist Licht am Ende des Tunnels zu sehen", schließen die Bank-Austria-Volkswirte. "Der Einkaufsmanagerindex hat im Mai die seit Jahresbeginn rückläufige Entwicklung beendet und ist leicht auf 48,2 Punkte angestiegen. Allerdings liegt der Indikator damit noch immer - und zwar bereits seit fast einem Jahr - unter der Wachstumsgrenze von 50 Punkten", so der Chefvolkswirt der Bank, Stefan Bruckbauer.

Klare Aufhellung in manchen Bereichen

In mehreren Teilbereichen zeigt der Index aber eine klare Aufhellung der Industriekonjunktur. Die hohe internationale Konkurrenzfähigkeit zahlte sich für die heimische Industrie ebenso aus. So verbesserte sich im Mai die Auftragslage und die Produktion stieg. "Erstmals seit November 2012 liegt der Produktionsindex mit 50,2 Punkten über der Neutralitätsgrenze", so Bank-Austria-Ökonom Walter Pudschedl.

Unsichere Konjunkturaussichten manifestierten sich allerdings unter anderem in einem weiteren Jobabbau in der Industrie, so Bruckbauer. Der Produktionsanstieg schlug sich nicht positiv auf die Beschäftigungsentwicklung nieder. "Mit mehr als 580.000 ist die Anzahl der Jobs in der heimischen Industrie innerhalb Jahresfrist jedoch unverändert geblieben", hält Pudschedl fest. 2014 könne die Industrie wieder bestimmender Impulsgeber am Jobmarkt werden - was derzeit der Dienstleistungssektor ist.

Verunsicherung zeigt sich trotz der Lichtblicke wegen der Auftragspolster, die weiterhin abnehmen, so die Bank Austria. "Im Einkauf besteht noch starke Zurückhaltung, was sich auch in sinkenden Lagern niederschlägt." Zudem sorge der Wettbewerb in schwachem Nachfrageumfeld bei den Verkaufspreisen den vierten Monat in Folge für einen leichten Rückgang. Tendenziell habe sich die Kosten- und Ertragssituation so aber verbessert, meint Pudschedl.

International sei auch eine Aufhellung der Stimmung zu bemerken. Der Einkaufsmanagerindex der Eurozone legte im Mai zum zweiten Mal in Folge auf derzeit 47,8 Punkte zu. Darin sehen die Bank-Ökonomen ein weiteres "vielversprechendes Signal". (APA, 28.5.2013)

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    Im Einkauf besteht noch starke Zurückhaltung.

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