Was hilft nach einem Gelsenstich?

  • Antihistaminhältige Salben helfen nur als Prophylaxe.
    foto: dieter schütz/pixelio.de

    Antihistaminhältige Salben helfen nur als Prophylaxe.

Diverse Hausmittel, Cortison und Insektenstichheiler versprechen Hilfe gegen Juckreiz und Schwellung

Mit dem Beginn der Gelsensaison beginnen sich auch die Notaufnahmen der Krankenhäuser mit Menschen zu füllen, die von den lästigen Blutsaugern gestochen wurden. Aber ist der Gang zum Arzt überhaupt notwendig?

"Keinesfalls", sagt Stefan Wöhrl, Facharzt für Dermatologie und Vernerologie an der Universitätsklinik für Dermatologie am Wiener AKH. Zwar handelt es sich bei den zum Teil handtellergroßen Schwellungen durchaus um allergische Reaktionen, diese bleiben jedoch immer lokal begrenzt. "Es wurden noch keine systemischen Reaktionen auf Gelsenstiche beschrieben", sagt Wöhrl, der als Immundermatologe auch im Floridsdorfer Allergiezentrum tätig ist.

Juckende Quaddeln

Die heimischen Gelsen sind also lästig, im Grunde genommen aber harmlos. Auch ihre Fähigkeiten als Krankheitsüberträger sind äußerst begrenzt. "Sie können das Tahyna-Virus übertragen. Alles andere kann man in Österreich getrost vergessen", sagt Hannes F. Paulus, emeritierter Leiter des Departments für Integrative Zoologie am Fakultätszentrum für Organismische Systembiologie in Wien. Eine Infektion mit diesem Arbovirus äußert sich unspezifisch mit Grippe-ähnlichen Symptomen. Zumeist wird die Erkrankung nicht einmal diagnostiziert, da sie wie eine banale Sommergrippe verläuft.

Schuld an den Hauteffloreszenzen sind die weiblichen Stechmücken. Nach ihrer Befruchtung müssen sie der Fortpflanzung wegen Blut zu sich nehmen. Nur fremde Proteine befähigen sie, Eier zu produzieren. Gegessen wird mit Hilfe eines Stechrüssels, den die Weibchen durch die Haut ihres Opfers bohren. Kurz nach dem Einstich setzt dann eine lokal begrenzte Hautreaktion ein, die mit einem mehr oder weniger starken Juckreiz kombiniert ist. Diese Symptome werden wiederum durch Proteine verursacht, die die Gelse zuvor eingespritzt hat, um die Blutgerinnung zu verhindern, da diese ihre Mahlzeit ungenießbar machen würde. Eine entstehende Quaddel ist durch die Ausschüttung körpereigener Histamine bedingt. Diese Hautschwellung kann über Tage hinweg bestehen und ist nicht selten der Grund, warum Menschen einen Arzt konsultieren.

Wärme gegen Juckreiz

Was also tun gegen die Reaktionen der Haut? Die Empfehlungen sind mannigfaltig. Hausmittel wie Kartoffeln, Zwiebeln, Lavendelöl und Topfen, auf die Dippel gelegt, gestrichen oder getropft, sollen ebenso helfen wie antihistaminhältige Salben und Gele. Im Angebot einer Apotheke findet sich außerdem der Insektenstichheiler, der dieselbe Wirkung verspricht wie die Glut einer Zigarette.

Konkret soll der Insektenstichheiler mit punktuell erzeugter Wärme Juckreiz, Rötung und Schwellung im besten Fall zur Gänze verhindern. Mit ungefähr 50 Grad Celsius werden die eingespritzten Eiweißverbindungen der Gelse dahingehend verändert, dass sie ihre folgenreiche Wirkung verlieren.

Das Heizelement des Thermostifts wird dazu für wenige Sekunden unmittelbar nach dem Stich auf die Einstichstelle gehalten. Das ist etwas unangenehm, verursacht aber im Gegensatz zur Zigarette in aller Regel keinerlei Hautschäden. "Es gibt keinerlei Evidenz, dass diese Insektenstichheiler irgendetwas bewirken", sagt Wöhrl und mutmaßt, dass das Gerät auf dem Prinzip der Wärmflasche basiert: "Die Information der hohen Temperatur überlagert den Juckreiz als untergeordnete Information."

Der Allergologe setzt therapeutisch ausschließlich auf cortisonhältige Salben, die entzündliche Hautreaktionen verhindern. "Ein Antihistaminikum hilft nach dem Stich nichts mehr", sagt Wöhrl und empfiehlt, dieses im Vorfeld einer Gartenparty einzunehmen. (Regina Walter, derStandard.at, 18.6.2013)

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 280
1 2 3 4 5 6 7
Juckende Quaddeln?

wer verwendet solch ein Wort??

Wegen Gelsenstichen ins Krankenhaus fahren?

solche leute wären auf einer psychiatrischen station besser aufgehoben. xD

Natriumchlorit

Und der Juckreiz ist weg :)

Fast richtig:

Natriumchlorat, eine Prise Kaliumpermanganat, etwas Holzkohle, ok, ein Messerspitzerl Schwefelpulver dazu, zur Version "Forte" tu ma noch ein halbes Fingerhuterl Magnesiumpulver und Eisenoxid dazu, sehr vorsichtig vermengen und auf die betroffene Stelle kegelförmig aufbringen. Nicht vergessen als Initialmedikament zwei fein zerriebene Zündholzköpfe auf den kleinen Kegel. Anzünden und schwupp - ist der Gelsendippel weg, es verschwindet auch der Juckreiz.
Achtung: Don't try this at home!

Antihistaminikum

Hilft bei mir sehr wohl nach dem Stich.

Was hilft nach einem Gelsenstich?

'
Als erstes vor allem: Die schuldige Gelse zu erschlagen.

Das befriedigt ungemein und hilft, den Juckreiz zu überstehen ;)

Schuld bedingt Vorsatz und das Wissen um die Ruchlosigkeit der Tat, sonst ist der Delinquent nicht schuldfähig.

Sie empfinden beim Schweinsbratlessen ja auch keine Schuldgefühle, oder?

Am besten an der weißen Wand.

Mit Eigenblutexfusion!

"Was hilft nach einem Gelsenstich?"

Ich halte mich häufig für längere Zeit an der freien Natur auf und bin daher öfter als mir lieb ist mit Gelsen, Kriebelmücken und anderen Plagegeistern konfrontiert.

Aus Erfahrung kann ich sagen, dass weder Produkte der pharmazeutischen Industrie noch technologische Errungenschaften zum Umgang mit dieser Art von Insektenstich nötig sind. Wenn man es schafft, sich nach dem Stich für etwa ein bis zwei Stunden nicht zu kratzen, stellt ich üblicherweise kein quälender Juckreiz ein und die Quaddel ist spätestens am nächsten Tag fast verschwunden.

Um die Tierchen schon im Vorfeld abzuwehren, helfen ein Löffel Essig oder eine knoblauchreiche Mahlzeit vor dem Aufenthalt im Freien. Die darauf folgenden Körperausdünstungen wirken abschreckend.

"Die darauf folgenden Körperausdünstungen wirken abschreckend."

... nicht nur auf die Gelsen :) :)

Das stimmt allerdings.

Nicht selten habe ich die Erfahrung gemacht, dass die beiden Hausmittelchen meine individuelle Tagesgestaltung ein klein wenig einschränken. Es wird dadurch mitunter schwieriger, Freizeit und Eheleben unter einen Hut zu bringen. Ich habe die Wahl zwischen Küssen von Gelsen und Küssen von meiner Frau oder keine Küsse von Gelsen und keine Küsse von meiner Frau. Zwar ist meine Frau nur selten eine regelrechte Kampfgelse, die Ähnlichkeit der Abneigungen verblüfft mich aber dann doch.

:-)

Eine Variante wäre dann noch - das mach ich mit meiner Frau immer so - dass beide Knoblauch zu sich nehmen - dann fällt's nicht mehr so auf und einem anständigen Ehelben steht nix mehr im Wege :)

Das würde bei uns leider nicht funktionieren.

Meine Frau kann Knoblauch absolut nicht ausstehen, weder oral noch nasal verabreicht. Die Gelsen wiederum können meine Frau nicht ausstehen und verschmähen sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Es wäre also sehr schwer, sie zum solidarischen Knoblauchkonsum zu überreden.

:-)

vielleicht können sie ja die letzte verbliebene möglichkeit diskutieren.

so eine knoblauchzehe hat eh was von einem zapferl.

Glückliche Frau, ist bei uns sehr ähnlich. Ich glaub, Gelsen nehmen Frauen nur im Notfall, was ich ja wiederum ziemlich sexistisch finde von diesen Insekten - das wäre wieder mal ein Fall für eine Antidiskriminierungskampagen der Grünen...

Dass Ihre Frau Knoblauch allerdings nicht leiden kann, ist natürlich übel, da fällt mir jetzt auch nix mehr ein, ausser auswandern in eine gelsenfreie Gegend oder andere Frau :)

Oder beides!:-)

"Die darauf folgenden Körperausdünstungen wirken abschreckend"

... wahrscheinlich nicht nur auf die Gelsen :) :)

Als Experte fuer Muecken (leben am Polarkreis neben einem Sumpfgebiet) empfehle ich:

Möglichst oft stechen lassen....nach paar hundert Stichen entwickelt man eine Toleranz und reagiert auf die Stiche so gut wie gar nicht mehr.
Viel Spass mit meiner Empfehlung
Aus Lappland
Ari

Neutralisierung der Juck-Energie...

...durch Gelsenstich-Barcodes, die nach dem Stich sofort aufgeklebt und aber gleich durchgestrichen werden müssen...

MfG

i see what you did there :D

Ganz einfach...

Mit einem Feuerzeug einen Löffel kurz erwärmen. (Achtung. Nur erhitzen...nicht zum glühen bringen) Diesen erhitzen Löffel ein paar Sekunden auf den Stich und fertig. Das Insektengift besteht aus Eiweiß und dieses zersetzt sich durch hitze.

"Achtung. Nur erhitzen...nicht zum glühen bringen"

Das heißt, wenn er hellweiß aufglüht hat man ihn zu lange erhitzt (oder versehentlich einen Bunsenbrenner verwendet) ;-)

am besten,

draufbrunzen.

Posting 1 bis 25 von 280
1 2 3 4 5 6 7

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.