Ab Sommer sind die ersten selbstfahrenden Autos unterwegs

28. Mai 2013, 11:44
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Kameratechnologien ermöglichen Fortschritte beim selbstständigen Fahren von Autos

Die technologischen Entwicklungen im Bereich der selbstfahrenden Autos nehmen rasant zu. Was zunächst nur bei geringen zweistelligen Kilometern pro Stunde möglich war, wurde mittlerweile deutlich erweitert. Wie der "New York Times"-Autor John Markoff schreibt, fahren Autos mittlerweile sogar bei über 100 Kilometer pro Stunde völlig selbstständig. Ermöglicht wird das durch Kameras und entsprechende Software.

Noch nicht ausgereift

Ein neues System von Mobileye Vision Technologies soll nun deutlich günstiger und unkomplizierter sein und deshalb für Autohersteller auch attraktiver. Das Unternehmen arbeitet lediglich mit Kameras, die autonomes Fahren möglich machen. Das System ist noch nicht vollständig ausgereift: Abbiegen und Überholen, wie es in Googles selbstfahrenden Autos möglich ist, geht mit dem System von Mobileye noch nicht. Die Autos können nur geradeaus fahren und bei Ampeln oder nahenden anderen Autos abbremsen.

Für die Massenproduktion

Mit der Technologie will Mobileye allerdings beweisen, dass das Zusammenspiel von günstigen Kameras und aufwendigen visuellen Technologien doch einiges möglich macht. Dieses System soll sich nämlich aufgrund geringerer Kosten in der Massenproduktion durchsetzen.

Erkennen von Gefahren

In den 90er Jahren soll General Motors einer der ersten Kunden von Mobileye gewesen sein. Damals hat der Autohersteller kostengünstig Kameras gekauft, die erkennen konnten, wenn sich Autos aus Nebenfahrbahnen näherten. Seitdem erlebte die Firma einen regelrechten Boom auf Vorrichtungen, die mit Hilfe von Kameras das Fahren sicherer machen sollten. Darunter auch der schwedische Hersteller Volvo, der Fahrern der Marke automatisches Erkennen von Fußgängern und Radfahrern ermöglicht.

Noch einige Jahre warten

Der nächste Streich der Autoindustrie: Mit Mobileyes System ein Feature in Serienproduktion bringen, das das Auto durch den Stau leitet. Gleich fünf Autohersteller sollen im Sommer mit dem Marktstart beginnen. Ganz selbstständig fährt das Auto danach allerdings immer noch nicht. Fahrer müssen, so die New York Times, ihre Hände am Lenkrad behalten. 2016 sollen dann viel ausgereiftere Versionen des Systems kommen.

Technik wie in Google Street View Autos

In einem Audi A7, einem Prototypen von Mobileye, konnte der Autor das Fahren selbst ausprobieren. Automatische Navigation, das Halten der Spur oder das bloße Lenken können völlig ohne Hilfe des Fahrers stattfinden. Auf die Windschutzscheibe werden die wichtigsten Fahr-Parameter eingeblendet. Ungewohnt sei es, einer Maschine das Ruder zu überlassen. Das Ziel von Mobileye ist es, das System in den nächsten Jahren soweit auszubauen, dass es völlig ohne Hilfe des Menschen zurechtkommt, ähnlich zu Googles Street View Autos. Die Automobilindustrie wird sich also auch in den nächsten Jahren verstärkt dem Thema des fahrerlosen Autos widmen. (red, derStandard.at, 28.5.2013)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Mobileye testet seine neuen Systeme aktuell in einem Audi A7

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