Chinesische Hacker brachen bei US-Rüstungsfirmen ein

    28. Mai 2013, 10:35
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    Experten Warnen: USA noch nicht bereit für umfassenden Cyberkrieg

    Hacker aus China haben sich Zugriff auf Designs für wichtige Waffensysteme der USA verschafft. Das geht aus einem Bericht hervor, der gerade für das Pentagon und hochrangige Vertreter von Regierung und Rüstungsindustrie vorbereitet wird. Die Washington Post berichtet.

    Zugriff auf kritische Systeme

    Betroffen sind unter anderem mehr als zwei Dutzend Systeme, die von kritischer Wichtigkeit für das auch über Asien, Europa und den persischen Golf verteilte Raketenverteidigungssystem, die Luftverteidigung und den Schiffsbetrieb sind. Unter anderem geht es um die Entwürfe für den teuren F-35 Joint Strike Fighter, dessen Entwicklungskosten die Billionenmarke überschreiten dürften. Betroffen sind laut dem Report Unternehmen wie Boeing, Lockheed Martin oder Raytheon.

    Experten warnen nun, dass dieser "Einbruch" China Zugriff auf fortschrittliche Technologien ermöglicht hat, der die Entwicklung deren eigener Waffensysteme beschleunigen und den Vorteil der USA im Falle eines künftigen militärischen Konflikts mindern könne. Unabhängige Experten zeigen sich vom Ausmaß der Kompromittierung entsetzt.

    Cyberspionage-Aktivitäten ausgeweitet

    Das Defense Science Board, eine Beratergruppe aus regierungsangehörigen und zivilen Fachleuten beschuldigt China allerdings nicht offiziell, Designs gestohlen zu haben. Andererseits sehen hochrangige Vertreter der Industrie und des Militärs die jüngsten Vorfälle als Teil einer sich stetig ausweitenden Cyberspionage-Kampagne der Chinesen gegen Militär-Zulieferer und Regierungsorganisationen.

    Damit, so die Washington Post weiter, erklärt sich auch, warum aus dem Weißen Haus zuletzt deutlich schärfere Warnungen in Richtung Peking zu vernehmen waren. Nicht zum ersten Mal brachte US-Präsident Obama den Vorwurf des "Cyberdiebstahls" vor. Erst seit kurzem nennt das Pentagon auch offiziell China im Zusammenhang mit Hacker-Angriffen auf die eigene Infrastruktur. Laut einer Einschätzung von Geheimdienstexperten ist China mit Abstand das aktivste Land beim Stehlen von geistigem Eigentum von US-Firmen mittels Cyberspionage.

    USA noch nicht bereit

    Gleichzeitig scheinen die USA noch nicht ganz bereit für diese neue Form der Kriegsführung zu sein. Schon im Januar hatte das Defense Science Board im gleichen Report gewarnt, dass das Land noch nicht in der Lage sei, in einen umfassenden Cyberkrieg zu bestehen.

    Von Seiten Chinas wird hingegen beteuert, dass man keinerlei Angriffe gegen US-Unternehmen durchführen würde. Im Gegenteil, man sieht sich selbst als Opfer häufiger Attacken aus Amerika. Das Thema dürfte nun auch auf der Agenda stehen, wenn sich Obama nächsten Monat in Kalifornien mit seinem Gegenüber Xi Jinping trifft.

    "Milliardenschwerer Konfliktvorteil"

    Ein Problem ist aber auch der Umgang der Rüstungskonzerne mit den sensiblen Daten, über die sie verfügen. "In vielen Fällen wissen Sie gar nicht, dass sie gehackt wurden, bis das FBI bei ihnen anklopft", meint ein nicht näher genannter Militärvertreter. "Das ist ein milliardenschwerer Konfliktvorteil für China. Dort hat man sich gerade [das Geld für] 25 Jahre Forschung und Entwicklung gespart. Das ist verrückt."

    Mit Hilfe von Informationen der NSA will das Pentagon die Rüstungsfirmen nun im Rahmen eines Pilotprogramms dabei unterstützen, ihre Netzwerke nach Malware abzusuchen und etwaige Lücken zu stopfen. (red, derStandard.at, 28.05.2013)

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      Die Hacker sollen auch Zugriff auf Designs für die neuste Generation des F-35-Kampfjets gehabt haben.

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