Regionalwahl in Italien: Rückenwind für Letta, Verluste für Grillo

28. Mai 2013, 09:36
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PD-Kandidaten setzten sich in mehreren Städten durch - Wahlbeteiligung drastisch gesunken

Rom - Die Teilkommunalwahl in Italien, zu der am Sonntag und Montag sieben Millionen Wähler aufgerufen waren, hat die Demokratische Partei (PD) des seit einem Monat amtierenden Premiers Enrico Letta gestärkt. Der Römer PD-Bürgermeisterkandidat Ignazio Marino geht mit 42 Prozent der Stimmen als stärkster Bewerber in die Stichwahl am 9. und 10. Juni. Der Chirurg und Senator schnitt überraschend gut ab im Vergleich zum scheidenden Amtsinhaber Gianni Alemanno, einem Vertrauensmann von Ex-Premier Silvio Berlusconi, der sich mit 30 Prozent begnügen musste.

Auf Platz drei landete in Rom der Kandidat der Protestbewegung Fünf Sterne, Marcello De Vito, mit zwölf Prozent. Auf den vierten Platz kam mit neun Prozent der Baulöwe Alfio Marchini, der an der Spitze einer Bürgerliste ins Rennen gegangen war. Insgesamt bewarben sich 19 Kandidaten um das Amt des Römer Bürgermeisters.

PD-Bürgermeisterkandidaten behaupteten sich beim ersten Wahlgang mit einer Mehrheit von 50 Prozent in den norditalienischen Städten Vicenza und Sondrio sowie im toskanischen Pisa und Massa. In der vom Skandal um die Traditionsbank Monte dei Paschi erschütterten Stadt Siena schaffte der PD-Kandidat Bruno Valentini mit 39 Prozent den Einzug in die Stichwahl. Er geht gegen den Kandidaten mehrerer Bürgerlisten, Eugenio Neri, ins Rennen.

Schwere Verluste für Grillo

Beppe Grillos Fünf-Sterne-Bewegung musste bei der Teilkommunalwahl einen klaren Stimmenverlust hinnehmen. Nicht nur in Rom, auch in mehreren am Wahlkampf beteiligten Städten schnitten die Grillo-Anhänger unter den Erwartungen ab. In keiner der 15 größeren am Wahlgang beteiligten Städte schafften Grillos Kandidaten den Einzug in die Stichwahl.

Die große Überraschung des Wahlgangs war die hohe Stimmenenthaltung. Die Nichtwähler waren die stärkste "Partei" beim Urnengang. Lediglich 62,3 Prozent der Wahlberechtigten gaben in den 154 beteiligten Gemeinden ihre Stimmen ab - das waren 14,7 Prozentpunkte weniger als bei der letzten Kommunalwahl vor fünf Jahren. Beobachter werten das als klares Zeichen der starken Politikverdrossenheit. In Rom verzichtete jeder zweite Wähler auf die Stimmabgabe. Die Wahlbeteiligung in der Hauptstadt lag bei 52,7 Prozent, 20 Prozent weniger als bei der Kommunalwahl 2008.

"Die hohe Stimmenenthaltung ist eklatant und bezeugt einmal mehr die Kluft zwischen den Bürgern und dem System der etablierten Parteien", sagte Massimo Marinelli, Sprecher der Fünf-Sterne-Bewegung in Rom. Bildungsministerin Maria Chiara Carrozza forderte größere Anstrengungen, um enttäuschte Bürger zu erreichen. Die Zahlen würden die "schockierende Diskreditierung der Parteien" widerspiegeln. (APA, 28.5.2013)

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    Rückenwind für PD-Chef Enrico Letta.

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