Euphorischer Nachruf

27. Mai 2013, 19:06
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"True Stories" über die historischen und persönlichen Hintergründe der Kultserie

Die Trekkies da draußen in den Weiten der Erde frohlocken zurzeit. Zumindest wenn sie Arte empfangen können. Der Kultursender würdigte am Sonntag und am Montag in einem ersten Schwerpunkt die Science-Fiction-Serie "Star Trek". Eine zweite Würdigung setzt es wieder kommenden Sonntag und Montag.

Neben allen Kinofilmen der in den 1960er-Jahren entstandenen Fernsehserie erleuchtete am Sonntag die Dokumentation "True Stories" die historischen und persönlichen Hintergründe, vor denen Gene Roddenberry diese bis heute infizierende Fantasie erschaffen hatte.

Schmunzeln machte Roddenberrys Sohn, als er erzählte, dass sein Großvater an allen Türen in der Nachbarschaft anläutete, um sich für die lächerliche Serie seines Sohnes zu entschuldigen, als diese in den späten 1960ern erstmals im Fernsehen ausgestrahlt wurde. Auch, dass befürchtet wurde, Spocks spitze Ohren würden den Bible-Belt an den Teufel erinnern, zählte dazu. Dass Spock-Darsteller Leonard Nimoy als einziger Schauspieler der Serie zu Wort kam, muss als ein kleiner Wermutstropfen verzeichnet werden.

Neben Anekdoten widmete sich "True Stories" wissenschaftlichen Fantasien Roddenberrys und fragte nach, was davon heute Realität geworden ist. Einiges zwar, aber die schlechte Nachricht: Beamen, also das Entmaterialisieren von Menschen und Dingen an einem Ort sowie deren Rematerialisierung anderswo, wird kein Reisebüro so schnell anbieten. Immerhin fällt heute niemand mehr in Ohnmacht, wenn sich im Fernsehen dunkelhäutige und hellhäutige Menschen küssen. Als sich Captain Kirk einst Lieutenant Uhura derart erklärte, war das noch anders. (Karl Fluch, DER STANDARD, 28.5.2013)

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    Zwei Fans auf der "Destination Star Trek London"-Convention.

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