Abrechnung mit Haider-Ära: Zahltag in Kärnten

Kommentar27. Mai 2013, 18:37
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Kärnten ist faktisch so pleite wie die Hypo Alpe Adria

In Kürze wird es den Kassasturz über Jahrzehnte freiheitlicher Herrschaft in Kärnten geben. Schon im Vorfeld sickert durch, dass die tatsächlichen Landesschulden mehr als vier Milliarden Euro betragen werden. Das wäre das Doppelte des gesamten Landesbudgets. Kärnten ist damit faktisch so pleite wie die Hypo Alpe Adria.

Völlig ungeniert funktionierte Jörg Haider das ganze Land zum Bankomaten um. Das Volk wurde mit Brot und Spielen geblendet. Kärnten blüht auf, lautete Haiders vollmundige Botschaft. Aufgeblüht sind Misswirtschaft und Korruption. Noch für Haiders Erben galt das Motto: hinter uns die Sintflut.

Das gilt auch für die Umfahrung von Bad Sankt Leonhard, deren Kosten mit 56 Millionen Euro für vier Kilometer Länge geradezu explodierten. Grundstücke, die man letztlich gar nicht brauchte, wurden von Haiders Nachfolger Gerhard Dörfler zu Fantasiepreisen angekauft. Auch die Familie eines SP-Funktionärs durfte profitieren. Eine Hand wusch die andere.

Die heutigen Reformparteien ÖVP und SPÖ saßen immer wieder mit im Boot. Letztere etwa beim weit überteuerten Ankauf der Kärntner Seeliegenschaften von ÖGB und Bawag durch das Land. Da ermittelt ebenfalls die Staatsanwaltschaft, auch gegen die neue SP- Finanzreferentin Gaby Schaunig sowie SP-Landtagspräsident Reinhart Rohr. Jetzt kommt der Zahltag in Kärnten - für alle. (Elisabeth Steiner, DER STANDARD, 28.5.2013)

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