Staatsfonds ADIA vor Strategiewechsel

27. Mai 2013, 17:33
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Der arabische Staatsfonds will weniger Geld in Aktien aus der Eurozone investieren. Auch der norwegische Staatsfonds versucht, das Risiko zu streuen

Dubai/Wien - Wichtige Staatsfonds befinden sich in einem strategischen Umbruch. Die aktuelle Finanz- und Schuldenkrise hat die Vermögensverwalter des Wohlstands vieler Schwellen- und Industrieländer zum Umdenken gezwungen. Der milliardenschwere Staatsfonds ADIA, die Abu Dhabi Investment Authority, gespeist aus den Öleinnahmen des Emirats, hat am Montag bekanntgegeben, sein Engagement bei europäischen Aktien zu verringern. Statt mindestens 25 Prozent sollen künftig nur noch zumindest 20 Prozent in Europa veranlagt werden. Abu Dhabi investiert rund 600 Mrd. Dollar (463,71 Mrd. Euro) auf den internationalen Kapitalmärkten. Statt Europa und die USA sollen künftig die Schwellenländer, allen voran Asien, im Mittelpunkt stehen.

Die Begründung für den Strategiewechsel ließ Hamed bin Zayed Al Nahyan, der Chef von ADIA, in einer der seltenen offiziellen Stellungnahmen wissen: "Die Schwellenländer übernehmen die wirtschaftliche Führung, nicht nur weil ihr Anteil an der Weltwirtschaft über 50 Prozent steigt, sondern auch weil ihr Beitrag zum Wachstum immer größer wird."

Auch der Staatsfonds aus Norwegen hat im vergangenen Jahr mit einer Änderung seiner Strategie auf die Krise reagiert. 2013 hat er erstmals in US-Immobilien investiert, auch in Deutschland und Großbritannien sind verstärkt Immobilienkäufe umgesetzt worden. Mittlerweile hat der norwegische Fonds mehr als sechs Milliarden Dollar an Liegenschaften und Büroimmobilien in seinem Portfolio. Das entspricht zwar weniger als einem Prozent des Gesamvermögens (700 Milliarden Dollar). Doch im vergangenen Jahr haben die Norweger die Investitionen mehr als verdreifacht.

In China ist die Staatsführung mit ganz anderen Problemen beim 500 Milliarden Dollar großen Staatsfonds China Investment Corporation (CIC) beschäftigt. Seit März ist der Fonds ohne Führung, da Lou Jiwei an die Spitze des Finanzministeriums wechselte. Die Suche eines Nachfolgers gestaltet sich schwierig, berichtet die Financial Times. Mehrere Kandidaten hätten abgesagt, weil die Arbeit für den Fonds zuletzt mit schlechter Presse verknüpft war. In der Krise hatte man mit Aktien des Finanzdienstleisters Blackstone und der Investmentbank Morgan Stanley wenig Glück. (sulu, DER STANDARD, 28.5.2013)

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    Gehen, wohin das Wachstum ist. Der arabische Staatsfonds ADIA möchte künftig stärker in Schwellenländern engagiert sein.

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