Steiermark: Justiz ermittelt nach Tod eines Hobbykickers

27. Mai 2013, 18:11
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Probleme bei Verletztentransport - 19-jähriger Obersteirer starb im AKH Linz an Folgen eines Kopfballduells

Eisenerz/Linz - Es war eines der letzten Matches der Saison. Der 19- jährige Thomas R. lief mit seiner Mannschaft WSV/ESV Eisenerz gegen den Drittplatzierten der 1. Klasse Enns, den Herbstmeister 2012, SV Kupferschaubergwerk Radmer, ein. Es stand null zu null, als der junge Abwehrspieler beim Kopfballduell mit seinem Gegenspieler zusammenkrachte und sich dabei verletzte.

Wenig später, in der 69. Minute - Thomas R. klagte über Kopfschmerzen - musste er vom Feld. Sein Zustand verschlechterte sich, ein Krankenwagen wurde geholt. Im Wagen verschlimmerten sich die Kopfschmerzen, der mitfahrende Notarzt forderte einen Rettungshubschrauber an, der ihn schließlich ins Allgemeine Krankenhaus (AKH) nach Linz transportierte, wo er umgehend operiert wurde. Das war vor vierzehn Tagen. Am Wochenende ist der junge obersteirische Hobbykicker nun an den Folgen des Zusammenpralls gestorben.

Ermittlungen der Staatsanwaltschaft

Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft und geht der Frage nach, ob in der medizinischen Versorgungskette irgendwelche Fehler passiert sind, ob der Sportler vielleicht zu spät versorgt worden ist, "ob es fahrlässiges Handeln gegeben hat", heißt es in der für den Fall zuständigen Staatsanwaltschaft Leoben.

"Wir haben eine Obduktion angeordnet, müssen aber noch den Sachverhalt genau klären und weitere Zeugen einvernehmen. Bisher deutet aber nichts auf ein Fehlverhalten hin", sagt Staatsanwaltssprecherin Nicole Dexer.

Nachgegangen wird wohl auch der Frage, warum der Fußballer von Eisenerz, wo das Fußballmatch stattfand, nicht in die nahe Neurochirurgie am Klinikum in Graz, sondern ins AKH nach Linz geflogen wurde. Für Klaus Pessenbacher, Leiter der Notfall- und Katastrophenmedizin des Landes Steiermark ist der Fall aber klar: "Es war in Graz schon alles vorbereitet, aber die Wetterbedingungen haben es nicht zugelassen, dass Graz angeflogen werden konnte." Es gab auch noch ein zweites, unglückliches zeitliches Zusammentreffen. Die steirischen Hubschrauber waren gerade bei einem Zugunglück im Einsatz, sodass aus dem niederösterreichische Ybbsitz ein Helicopter angefordert werden musste. (mue, DER STANDARD, 28.5.2013)

Nachlese
19-jähriger Obersteirer nach Zusammenstoß bei Fußballspiel gestorben - Mehr als zwei Wochen nach Unglück bei Gebietsliga-Spiel

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