ÖAMTC kritisiert nach tödlichem Unfall mangelnde Zivilcourage

27. Mai 2013, 12:48
75 Postings

36-jähriger Motorradlenker bei Kollision getötet - Mehrere Verkehrsteilnehmer passierten laut Polizei Unglücksstelle, ohne zu helfen

Thaur - Nach einem tödlichen Motorradunfall am Sonntag in Thaur in Tirol hat der ÖAMTC die fehlende Zivilcourage bei vielen Verkehrsteilnehmern kritisiert. Mehrere Lenker waren an der Unglücksstelle vorbeigefahren, ohne zu helfen. Erste Schritte könnten Leben retten, hieß es in einer ÖAMTC-Aussendung am Montag. "Das Schlimmste ist jedenfalls, nichts zu tun", meinte ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger.

Sicherheit mit Erste-Hilfe-Kurs

Die wichtigsten Schritte sind laut der Expertin: Auto sicher abstellen und Warnweste anlegen, Unfallstelle absichern, Notruf wählen sowie weitere Erste Hilfe leisten, Unfallopfer beruhigen, Mut zusprechen und Ankunft der Rettungskräfte abwarten. Seidenberger erinnerte daran, dass ein Erste-Hilfe-Kurs im Ernstfall Sicherheit geben könne. "Selbst wenn man im ersten Schock an einer Unfallstelle vorbeifährt, ist man dennoch aufgerufen, sich auch zu einem späteren Zeitpunkt noch bei der Polizei zu melden und eine Zeugenaussage zu machen. So kann man einen wesentlichen Beitrag zur Unfallaufklärung leisten", appellierte die Expertin.

Am Sonntag war ein 36-jähriger Innsbrucker bei dem Unfall auf der Tiroler Bundesstraße östlich von Innsbruck getötet worden. Der Motorradlenker war von dem abbiegenden Auto eines 20-Jährigen aus dem Bezirk Innsbruck-Land erfasst worden. Laut Polizei passierten mehrere Verkehrsteilnehmer die Unglücksstelle, ohne zu helfen. (APA, 27.5.2013)

Share if you care.